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Dominanz, Macht und Unterwerfung: Wichtige Faktoren in Beziehungen!

Was fällt Ihnen zum Stichwort Dominanz und Unterordnung in der Beziehung ein? – Eine Blitzumfrage im Umfeld der Autorin ergab Folgendes: „Das tritt immer auf, wenn zwei Menschen zusammentreffen.“, „Es geht um Konkurrenz.“, „Jemand will Druck ausüben“, „Einer muss ja die Führung und Verantwortung übernehmen.“ Gingen Ihre Gedanken auch in diese Richtung?

 

Was also bedeuten die Begriffe Dominanz und Unterwerfung? Welche Rolle spielt Macht dabei? Welchen Einfluss haben diese Faktoren auf eine Beziehung – und: Wie können Paare mit diesem Thema so umgehen, dass die Beziehung nicht darunter leidet?

 

Dieser Beitrag dreht sich um diese und andere spannende Fragen.

Viel Spaß beim Lesen!

Weißer König steht dominant zwischen gefallenen Schachfiguren
Weißer König steht dominant zwischen gefallenen Schachfiguren

Dominanz, Macht und Unterwerfung: Wichtige Faktoren in Beziehungen | Quelle: © Salih - Adope Stock

Unsere Beiträge sind sehr ausführlich. Bitte nutzen Sie daher zur besseren Navigation das Inhaltsverzeichnis. Sollten Sie ergänzende Anregungen oder eigene Erfahrungen zum Thema besitzen? Freuen wir uns natürlich sehr über ein entsprechendes Kommentar am Ende des Beitrages.  

Wir wünschen eine inspirierende Lektüre!

Inhaltsverzeichnis
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    Dominanz und Unterordnung: Was ist das genau?

     

    In der Psychologie gilt Dominanz als grundlegende Facette einer gesunden, erwachsenen Persönlichkeit. Das bedeutet: Jeder Mensch verfügt über ein gewisses Maß an Dominanz – und übt Macht aus.

     

    Macht auszuüben bedeutet, einzelne Menschen oder ganze Gruppen zu einem bestimmten Verhalten oder Denken zu bewegen. Der Soziologe Max Weber spricht immer dann von Macht, wenn ein Mensch die Chance hat, den eigenen Willen auch gegen Widerstände durchzusetzen.

    (Quelle: Spektrum.de https://www.spektrum.de/lexikon/psychologie/macht/9039)

     

    Bei diesen Worten denken die meisten Leser wahrscheinlich an politische Einflussnahme oder die Macht großer Verbände. Natürlich spielt Macht im öffentlichen Leben und im Beruf eine zentrale Rolle. Diese Tatsache darf nicht darüber hinwegtäuschen, dass sie auch intime Beziehungen beeinflusst.

     

     

    Macht und Beziehungen

     

    Die Beschreibung von Max Weber zeigt eine wichtige Eigenart der Macht: Sie ist kein zementierter Zustand, sondern ein Prozess – ständig im Wandel.

    Und: In jeder Begegnung spielt Macht eine Rolle.

    Genau deshalb ist es wichtig, über das Thema genauer nachzudenken. Das gilt für Singles genauso wie für Menschen auf Partnersuche. Denn: Nicht einmal die „Wolke 7“ ist eine machtfreie Zone – auch wenn sie dort meist ausgeblendet wird.

    Betrachten wir das Thema „Macht“ etwas näher: Sie funktioniert über sogenannte Machtmittel. In unserer Gesellschaft sind das: Geld, Wissen, der Beruf, materieller Besitz, physische Attraktivität oder Kontakte zu einflussreichen Personen. Machtmittel entfalten ihre Wirkung nur, wenn eine Person darüber in ausreichendem Maße verfügt und das Machtmittel für die andere Person oder Gruppe eine Bedeutung hat. Wie das konkret aussieht, erfahren Sie jetzt am Beispiel Partnerschaft.

     

     

    So kann Ihr Partner seine Machtmittel einsetzen

     

    Die Sozialpsychologen John French und Bertram Raven von der Universität Michigan/USA veröffentlichten 1959 eine bis heute aktuelle Arbeit über die Grundlagen der Macht.  

    Grafik: 6 Machtmittel der Dominanz
    Grafik: 6 Machtmittel der Dominanz

    6 Machtmittel der Dominanz | Grafik: ALL4SINGLES

    Sie fanden folgende Faktoren, die es einer Person ermöglichen, Macht in der Beziehung auszuüben:

    • Legitimation: Ein Partner kann sein Gegenüber beeinflussen, wenn dieser ihm diese Macht gewährt. Ein Beispiel: In verschiedenen Kulturen gilt der Mann als Familienoberhaupt. Die Frau ordnet sich von sich aus unter und akzeptiert seine Rolle.

    • Belohnung: Ein Partner oder eine Partnerin kann Machtmittel als Belohnung einsetzen. Beispiel: Eine Frau möchte, dass ihr Partner ihren Wunsch erfüllt und die Reifen ihres Autos wechselt. Dafür stellt sie ihm eine heiße Nacht in Aussicht. Auch Aufmerksamkeit, Geschenke oder Lob erfüllen diesen Zweck.

    • Identifikation: Paare, die sich sehr eng verbunden fühlen, denken und handeln häufig gleich. Beispiel: Sie fragen ein befreundetes Pärchen, ob Sie sich gemeinsam den neuen Blockbuster im Kino anschauen. Die Antwort lautet sinngemäß: „Wir mögen keine Thriller. Wir sehen uns nur Komödien an.“

    • Expertenstatus: Innerhalb einer Beziehung übernimmt jeweils die dafür kompetentere Person eine Aufgabe. Beispiel: Eine Anlageberaterin kümmert sich um die gemeinsamen Finanzen, während der Mann, ein Informatiker, die digitalen Geräte am Laufen hält.

    • Bestrafung: Unerwünschtes Verhalten kann ein Partner mit einem negativen Verhalten beantworten. Beispiel: Die Frau kritisiert ihren Mann, weil er die Wäsche nicht aus der Maschine genommen hat und zeigt ihm im Bett die kalte Schulter. Im Extremfall führt Bestrafung bis zu körperlicher Gewalt.

    • Später fügten die Forscher den Aspekt „Information“ hinzu. Damit verweisen sie darauf, dass ein Partner sein Gegenüber beeinflussen kann, wenn er überzeugende Argumente präsentiert.

    Sie sehen: Die Ausübung von Macht in der Partnerschaft ist keine reine Einbahnstraße. – Oft ist sie den Betroffenen nicht einmal bewusst, wie die folgenden Situationen zeigen.

     

    Stellen Sie sich vor: Der gemeinsame Urlaub steht an. Die Frau bringt drei interessante Angebote aus dem Reisebüro mit nach Hause. Sie hat automatisch die Wünsche ihres Mannes bei der Auswahl einbezogen. Wer trifft die Entscheidung?

     

    Manchmal trifft der unterlegene Partner eine Entscheidung. Er sucht zum Beispiel das Restaurant für die Abiturfeier des Sohnes aus. Diese Person verfügt jedoch nur dann tatsächlich über Macht, wenn diese Entscheidung nicht im Vorfeld vom Partner delegiert wurde. „Schatz, du kümmerst dich um die Lokalität. Dafür hab ich keine Zeit.“

     

    Noch undurchsichtiger wird es, wenn ein Part gezielt Macht abgibt, um später zum Zug zu kommen: Eine Frau überlässt ihrem Mann scheinbar großzügig die Entscheidung über das Ziel des Sonntagsausfluges. Sie hat keine Lust, sich darum zu kümmern und außerdem möchte sie am folgenden Wochenende unbedingt ins Theater. Sie kann dann darauf verweisen, dass er den vergangenen Sonntag planen durfte und sie jetzt am Zug sei.

     

    FAZIT: Der Entscheider ist nicht zwingend der Mächtigere. Wichtiger ist die Frage: Welche Person bestimmt, wer die Entscheidung trifft?

     

    Die bisher dargestellten Zusammenhänge zeigen: Es gibt kein absolutes Macht-Gleichgewicht innerhalb einer Beziehung. Dies zu erwarten wäre unrealistisch. Trotzdem ist es spannend zu ergründen, wie Macht-Unterschiede entstehen.

     

     

    Machtgefälle in der Beziehung – die häufigsten Ursachen

     

    Die folgenden drei Faktoren spielen die größte Rolle. Auf sie wollen wir uns konzentrieren.

     

    1. Verschiedene Interessen in Bezug auf die Beziehung: Stellen Sie sich vor, sie haben sich Hals über Kopf verliebt und können sich nicht vorstellen, wie Sie ohne Ihren Partner oder Ihre Partnerin weiterleben sollten. Sie tun alles, um die Beziehung aufrecht zu erhalten. Sobald Ihr Partner mit anderen Menschen Spaß hat, reagieren Sie womöglich eifersüchtig, weil die Situation Sie verunsichert. Mit diesen intensiven Gefühlen geraten Sie schnell in eine abhängige Position. Ihr Partner, Ihre Partnerin kann Sie beeinflussen und Sie haben wenig entgegenzusetzen.

     

    1. Alternativen zur bestehenden Partnerschaft: Wer zu sehr an einer Beziehung hängt, gibt Macht ab und wird beeinflussbar. Derjenige Partner, der auf dem „Beziehungs-Markt“ die größeren Chancen hat, verfügt über mehr Macht als der andere Partner. Dies gilt genauso für Personen, für die ein Leben als Single eine echte Alternative zur Paarbeziehung darstellt.

     

    1. Verfügbare Ressourcen: Menschen, die über mehr gesellschaftlich erwünschte Eigenschaften verfügen, haben meist auch mehr Macht. Dazu zählen ein ansprechendes Äußeres, soziale Kompetenzen und Intelligenz. Wer über Ressourcen verfügt, kann auch den Faktor „Macht durch Belohnung“ ausspielen. Dies kann über Geschenke geschehen oder über den Halo-Effekt: Der eigene hohe gesellschaftliche oder berufliche Status strahlt auf den Partner ab, der davon profitiert.

     

    Ungleichgewicht in der Beziehung ist normal. Trotzdem wünschen sich rund 95 Prozent der Frauen und 87 Prozent der Männer eine Beziehung auf Augenhöhe.

    (Quelle: https://www.researchgate.net/publication/251243358
    _Gleichberechtigung_und_Beziehungszufriedenheit
    )

    Was folgt daraus?

     

    Gleichberechtigte Beziehungen steigern die Zufriedenheit beider Partner. Daraus lässt sich ableiten, dass Bindungen auf Augenhöhe auch stabiler sind. Denn: Mit steigender Unzufriedenheit wird auch eine Trennung wahrscheinlicher.

     

    An dieser Stelle ein kurzer Hinweis: Diese Zusammenhänge gelten für Beziehungen, die auf der Basis liberaler Werte stehen. Paare mit traditionellen Rollenbildern oder Beziehungen innerhalb patriarchaler Kulturen werten die dominante Stellung des Mannes nicht als Problem.

     

    Wie gelingt eine Beziehung auf Augenhöhe?

     

    Es bedarf einiges an Ressourcen und Entwicklungsbereitschaft, wenn Sie eine Beziehung auf Augenhöhe führen wollen. Die Herausforderungen dabei: Die richtige Balance zu finden aus

    • Toleranz und Großzügigkeit,
    • Respekt und Wertschätzung sich selbst, dem Partner und der Beziehung gegenüber.

     

    Diese Balance lässt sich nicht fixieren. Sie muss immer wieder neu austariert werden. Und zwar gemeinsam.

     

    Klingt kompliziert? – Ist es auch auf eine gewisse Weise. Trotzdem: Wir leben aktuell in einer Phase, in der die Rollenbilder immer weiter aufbrechen. Eine Chance für beide Partner. Die andere Seite der Medaille: Eine solche Partnerschaft läuft nicht einfach so nebenher. Sie brauchen Zeit und Nerven, um sich mit Ihrem Gegenüber auseinanderzusetzen.

     

    Machen Sie sich bewusst, dass Ihre Zeit und Ihre Energie begrenzt sind und setzen Sie Prioritäten. Wer abends regelmäßig erschöpft aus dem Büro zuhause auftaucht, wird weniger Power für intensivere Diskussionen erübrigen.

     

    Setzen Sie sich selbst Grenzen und finden Sie heraus, was Ihnen wirklich wichtig ist. Das Gehirn kann nur eine begrenzte Menge an Informationen aufnehmen und verarbeiten. Schwirrt Ihnen vom täglichen Arbeitsrummel bereits der Kopf, können Sie zuhause nicht mehr empathisch reagieren. Das ist klar.  

     

    Oft reichen kleine Anpassungen, die den Alltag entlasten und Platz schaffen für die Beziehung. Es wäre ein Fehler, wenn Sie ein Hobby aufgeben, das Sie für Ihr Wohlbefinden brauchen. Seien Sie ehrlich zu sich und zu Ihrem Gegenüber. Das schafft Vertrauen und damit einen weiteren Grundpfeiler für eine Beziehung auf Augenhöhe.

     

    Soweit die im weitesten Sinn als normal und alltäglich geltenden Macht-Dynamiken. In den nächsten Abschnitten finden Sie Hinweise, wie sie überdurchschnittlich dominante Personen erkennen. Anschließend bietet der Artikel die Möglichkeit zur Selbstanalyse, um dann auf eine extrem negative Erscheinung im Zusammenhang mit Macht einzugehen: der Manipulation.  

     

     

    Werden Sie von Ihrem Partner übermäßig dominiert?

     

    Übergroße Frau hält kleinen Mann dominant mit der Hand im Genick
    Übergroße Frau hält kleinen Mann dominant mit der Hand im Genick

    Der Partner dominiert Sie? | Quelle: © ArtFamily - Adope Stock

    Ein hundertprozentiges Gleichgewicht innerhalb einer Beziehung zu erreichen ist schlicht unrealistisch. Genau genommen braucht eine gelingende Partnerschaft eine gewisse (positive) Spannung. Sonst schleichen sich Langeweile und womöglich Unzufriedenheit ein.

     

    Idealerweise teilen sich die Partner die Führungsrolle – je nach Vorlieben, Talent und der aktuellen Situation.

     

    Heute wird zum Beispiel dann von toxischen Beziehungen gesprochen, wenn die Macht nicht ungefähr gleich verteilt ist. Ob Sie von Ihrem Partner oder Ihrer Partnerin dominiert werden, können Sie an folgenden Verhaltensweisen erkennen:

     

    • Ihr Partner fällt Ihnen regelmäßig ins Wort, Sie dagegen lassen ihn oder sie zu Ende sprechen.
    • Sarkasmus ist eine subtilere Form, um Überlegenheit zu demonstrieren.
    • Entscheidungen werden häufig über Ihren Kopf hinweg getroffen.
    • Gefaltete Hände zeigen: Ich habe eine Entscheidung getroffen. Ich lasse mich nicht umstimmen.
    • Ihr Partner legt die Hand von oben auf Ihre Schulter oder Ihren Arm – das kann ein Zeichen der Verbundenheit oder eine Machtdemonstration sein. Achten Sie auf die Gesamtsituation. Äußert er sich gleichzeitig gönnerhaft oder bestimmend, liegt es nahe, dass er Ihnen seinen Willen aufdrückt. Ein leichtes Streicheln und aufmunternde Worte hingegen zeigen Zusammenhalt.

     

    Analyse: Ihre persönliche Einstellung zu Macht und ihren Symbolen

     

    Anhand dieser Fragen lernen Sie sich selbst etwas besser kennen. Sie erfahren, welche Machtmittel Ihnen wichtig sind – und damit auch, wie Ihr Partner Sie am leichtesten beeinflussen kann.

     

    1. Welche Rolle spielt Geld in Ihrem Leben? Sind Sie eher der Ansicht, dass man nie genug Geld haben kann, oder leben Sie nach dem Motto: Geld ist wichtig, aber nicht alles im Leben? Ihre Einstellung spiegelt sich in Ihrem Verhalten: Personen, die Geld als besonders wichtig einschätzen, werden reiche Mitmenschen eher bewundern und achten. Zählen Sie zur zweiten Gruppe, kann man Sie mit einem üppigen Bankkonto nicht beeindrucken. Bei der Partnerwahl achten Sie entsprechend auf die finanzielle Ausstattung eines Mannes oder einer Frau. Generell achten Männer beim Dating selten auf das Einkommen einer potenziellen Partnerin. Für Frauen spielt die finanzielle Situation des Mannes sehr wohl eine Rolle. Studien zeigen, dass männliche Hartz-IV-Bezieher deutlich schlechtere Chancen auf eine Partnerschaft haben. Sie sehen: Nur wenn ein Machtmittel als solches anerkannt ist, kann es seine Wirkung entfalten.

     

    1. Sapiosexuell? – Wie wichtig sind Ihnen Bildung und ein wacher Geist? Macht Intelligenz sexy?  Wie viel Wert legen Sie auf einen hohen Bildungsstand bei Ihrem (potenziellen) Partner? – Wenn Sie eine Frau sind und von einem Partner mit Hochschulabschluss träumen, befinden Sie sich in guter Gesellschaft: 68 Prozent der Frauen in Deutschland möchten Akademiker daten. Das Statistische Bundesamt hat ermittelt, dass zwei Drittel aller Paare über den selben Bildungsstand verfügen. Ein mittlerer Abschluss liegt dabei mit 40 Prozent an der Spitze. Was hat Intelligenz mit Macht zu tun? – Die Zahl der Studenten an den Universitäten steigt seit Jahrzehnten, Handwerksberufe locken nur wenig Schulabgänger. Einerseits gilt ein Hochschulabschluss als Garant für ein passables Einkommen. Gleichzeitig spielen Wissen und der Zugang zu Informationen eine wichtige Rolle in der modernen Welt. Der gesellschaftliche Status etwa als Arzt, Anwalt oder Lehrer verleiht Macht. Dafür ist ein hoher Bildungsgrad notwendig. Nicht zu vergessen ist die Tatsache, dass lebenslanges Lernen und damit geistige Flexibilität aus dem Leben nicht mehr wegzudenken sind.

    (Quelle: https://www.destatis.de/DE/Service/Statistik-Campus/Datenreport/Downloads/datenreport-2018-kap-2.pdf?__blob=publicationFile )

     

    1. Besitz: Was brauchen Sie für ein zufriedenes Leben? Manche Menschen sind die geborenen Minimalisten. Sie ziehen Einfachheit dem Luxus vor.  Andere Zeitgenossen dagegen sehnen sich danach, im Überfluss zu schwelgen und die Nachbarn oder Arbeitskollegen regelmäßig zu übertrumpfen: die neue Sportausrüstung, das aktuellste iPhone, die neue Eigentumswohnung. Lassen Sie sich vom neuen SUV Ihres Chefs nachhaltig beeindrucken? Setzt sich Unzufriedenheit in Ihrem Inneren fest, wenn Ihre Kollegin von ihrem super-teuren Anti-Aging-Urlaub in Indien erzählt? Mal ganz ehrlich: Wissen Sie, was Sie wirklich für ein zufriedenes Leben brauchen? Diese Frage für sich ehrlich zu beantworten, schützt Sie vor destruktiven Neid – und Sie vermeiden gleichzeitig Irrwege bei der Partnersuche. Menschen, die wissen was sie brauchen und wollen, gelangen schneller ans Ziel. Das gilt im Beruf genauso wie für die Partnerschaft.

     

    1. Das Spiel mit der Macht: Reizt Sie das? Macht, Dominanz und Unterwerfung lassen sich spielerisch in der Beziehung erkunden und ausleben. Manche Menschen – Männer und Frauen – genießen es, sich als willige Gespielin oder Sklave dem Partner auszuliefern oder in die Rolle des Herrschers zu schlüpfen. Erlaubt ist, was den Beteiligten gefällt. Sexuelle Praktiken rund um Dominanz- und Unterwerfung werden meist unter dem Sammelkürzel BDSM eingeordnet. Darunter fallen auch Techniken wie Fesselspiele oder das Provozieren von Schmerzen („Lustschmerz“). Die eigenen Grenzen geben die Richtung vor. Wenn Sie sich dem Thema spielerisch nähern und Ihre Vorlieben kennenlernen wollen, sprechen Sie mit Ihrem Partner, Ihrer Partnerin. Gemeinsam können Sie einen für beide Seiten stimmigen Weg finden.

     

    Manipulation erkennen: 5 deutliche Anzeichen

     

    Die Beispiele über Machtmittel und deren Einsatz zeigen, dass Macht nicht immer bewusst ausgeübt wird und wechselseitige Einflussnahme zum Alltag einer Partnerschaft gehört.

     

    Manipulation geht einen Schritt weiter: Der Einfluss erfolgt bewusst, während nach außen der Anschein der freien Entscheidung gewahrt wird. Manipulation beginnt bei dem oben beschriebenen Beispiel, in dem die Partnerin bewusst ihren Mann das Ausflugsziel bestimmen lässt,  damit er eine Woche später mit ihr ins Theater „muss“, weil sie mit der Planung dran ist. Dieses Manöver wird wohl bei den meisten Paaren keine Beziehungskrise auslösen. Anders sieht es in folgenden Situationen aus:

     

    1. Schuldzuweisung

     

    Wenn Sie mit Ihrem Partner ein Problem besprechen oder sich ein Konflikt anbahnt – worum dreht sich der Dialog? In reifen Partnerschaften äußern beide Seiten ihre Gefühle, sie verstricken sich jedoch nicht darin. Der Fokus liegt darauf, eine Lösung zu finden und einen Kompromiss auszuhandeln.    

     

    Vorsicht ist geboten, wenn Sie regelmäßig als Schuldige oder Schuldiger mit einem schlechten Gefühl aus dem Gespräch gehen. Zum einen ist es in den meisten Fällen sinnlos, einen „Schuldigen“ zu identifizieren – sobald Menschen zusammentreffen entstehen zwangsläufig Missverständnisse und Konflikte. Alle Beteiligten tragen ihren Teil zum Geschehen bei. Darüber hinaus ist es äußerst unwahrscheinlich, dass immer die gleiche Person Probleme verursacht.

     

    Wenn Sie regelmäßig Schuldgefühle plagen, achten Sie bei der nächsten schwierigen Situation auf den Gesprächsverlauf. Machen Sie sich bewusst, dass Sie nicht „schuld“ sind und lenken Sie die Diskussion in eine konstruktive Richtung. Sollte das nicht gelingen, wäre eine Paarberatung vielleicht eine Option. Ein neutraler Blick von außen bringt für beide Partner einen Zugewinn an Klarheit und hilft Lösungsmöglichkeiten auszuloten.

     

    2. Selbstzweifel und Schuldzuweisung

     

    Schuldgefühle – wenn sie länger anhalten – münden in Selbstzweifel. Erkennen Sie sich an dieser Stelle wieder? Stopp. Schuldgefühle und Selbstzweifel verstärken sich gegenseitig und setzen eine Abwärtsspirale in Gang. Sobald Sie eine solche Dynamik wahrnehmen, gilt es, sie zu stoppen.

     

    Liebesbeziehungen beeinflussen unser Wohlbefinden sehr intensiv. Dieser Effekt sorgt dafür, dass wir uns als soziale Wesen so sehr nach innigen Verbindungen sehnen. Gleichzeitig bedeutet eine Liebesbeziehung auch: Wir öffnen uns und werden verwundbar. Genau aus diesem Grund basiert eine erfüllende Beziehung auf gegenseitigem Respekt. Die Partner sollten sich gegenseitig unterstützen und stärken. Wer seinen Partner abwertet, um sich selbst besser zu fühlen, benutzt sein Gegenüber, manipuliert es. Solche Menschen sind (noch) nicht fähig, eine reife Beziehung zu führen.

     

    3. Verständnis aufbringen

     

    Manipulative Personen konzentrieren sich auf die Schwächen ihrer Mitmenschen und setzen Kritik gezielt ein. Diese Strategie soll von den eigenen Problemen ablenken.

     

    Wenn Sie sich in folgender Situation befinden, sollten Sie achtsam sein: Sie verstehen die  Unzulänglichkeiten des Partner und rechtfertigen sein Verhalten. Gleichzeitig wissen Sie: Sie können das gleiche Verständnis und ein ähnliches Maß an Unterstützung von ihm oder ihr nicht erwarten.

     

    4. Charisma

     

    Personen, die andere erfolgreich manipulieren, verfügen oft über eine besondere Ausstrahlung. Sie sind intelligent, charmant, erfolgreich. Männer, die der Attraktivität solcher Frauen erliegen, bemerken oft erst später, dass sie in einer destruktiven Verbindung leben. – Umgekehrt gilt dies natürlich genauso.

     

    5. Sie sind mehr Sie selbst

     

    Es gibt diese Momente, in denen die Frage aufblitzt: Bin ich das (noch)? Manche Menschen schaffen es, ihren Partner so zu manipulieren, dass er oder sie sich selbst innerlich verliert. Sollten Sie dies bei sich vermuten, ist der Weg zu einer Beratungsstelle anzuraten. Denn: Menschen, die nicht „bei sich sind“ finden alleine meist nicht aus der Verstrickung heraus. Eine toxische Beziehung zu beenden, bedeutet eine große Kraftanstrengung. Holen Sie sich dafür Unterstützung.

     

    Um es noch einmal klarzustellen: Wir sprechen hier nicht von kleinen, alltäglichen Vorfällen. Hier geht es um massive Manipulation, die dem Betroffenen psychisch schaden kann.

     

    Manipulation vermeiden: Tipps für die Partnersuche

    • Je besser Sie sich selbst kennen und zu sich stehen, umso klarer erkennen Sie Manipulationsversuche. Nutzen Sie die vielfältigen Angebote zu Selbstwahrnehmung und lernen Sie, sich selbst zu lieben – mit all ihren Stärken und Schwächen. Wer seine eigenen Schwachpunkte kennt und liebevoll annimmt ist resilienter gegen Manipulation.
    • Die Chance auf eine dauerhafte und glückliche Partnerschaft steigt, wenn Sie Personen „aus der zweiten Reihe“ bevorzugen. Die stilleren Menschen, die nicht mit ihren Stärken protzen und weniger auffallen, entpuppen sich häufiger als verlässliche Beziehungspartner als der „Star“, der seine Bühne braucht.
    • Pflegen Sie Ihre Freundschaften und Hobbys, auch wenn Sie in einer Beziehung leben. Freunde werden es bemerken, wenn Sie sich verändern und dies auch ansprechen. Darüber hinaus kann ein einziger Mensch kein ganzes Netzwerk ersetzen. Ein vernünftiges Maß und Ausgewogenheit stärken auch die Partnerschaft.

    Macht und Dominanz bei Tier und Mensch: Die Kultur zähmt das Animalische – aber nicht ganz

     

    Bei den zahlreichen Beispielen könnte der Eindruck entstehen, Menschen wären wenig vertrauenswürdig. Um das Verhalten einzuordnen hilft der Blick auf die Evolution und ins Tierreich.

     

    Dominanz- und Protzgesten stehen bei Steinbock, Hirsch und Co. auf der Tagesordnung – und sie gehen nicht selten mit harten Konsequenzen einher. Revierkämpfe stellen Leittiere regelmäßig auf die Probe. Wenn sie verlieren, bedeutet dies eine Gefahr für das gesamte Rudel. 

     

    Und während der Paarungszeit büßen Hirsche etwa 20 Kilogramm innerhalb von zwei Wochen ein. Der teilweise brutale Kampf mit Rivalen und die weiten Strecken, die sie auf der Suche nach einer passenden Hirschkuh zurücklegen, bringen sie an den Rand ihrer Kräfte.

     

    Moderne Gesellschaft – subtilere Macht

     

    In unserer Gesellschaft spielt Dominanz keine direkte Rolle mehr für das physische Überleben. Niemand muss im direkten Kampf auf Leben und Tod um einen Partner oder Nahrung ringen.

     

    Warum nutzen wir diese Gesten heute überhaupt noch? Schließlich leben wir in einer modernen, aufgeklärten Gesellschaft. Da sollten Dominanzgesten überflüssig sein. Oder? – Nicht ganz.

     

    Einerseits lässt sich beobachten: Wer es nötig hat, seine Macht übermäßig darzustellen, wirkt schnell unsouverän. Nicht umsonst genießen „Neureiche“ meist kein positives Image. Wer sich seiner Stellung bewusst ist, pflegt eher ein gewisses Understatement.

     

    Andererseits weiß die Sozialpsychologie: Gesellschaften brauchen Strukturen, die einzelnen Mitgliedern eine gewisse Macht verleihen. Auch hier spielt die Balance eine entscheidende Rolle. Denn: Sich unterordnen, zurücknehmen, zurückstecken sind genauso wichtig für das Überleben eines Individuums und der gesamten Gesellschaft wie Dominanz. Eine Mutter stellt ihre Bedürfnisse weit zurück, wenn ihr Neugeborenes sie rund um die Uhr in Anspruch nimmt. Genauso verzichtet Krankenhauspersonal auf geregelte Arbeitszeiten und Nachtruhe, weil Patienten ihre Hilfe benötigen.  Ohne Struktur, Aufgabenteilung und klare Regeln wäre so ein Krankenhausbetrieb jedoch auch nicht aufrecht zu halten.

     

    Macht ist immer eine Momentaufnahme. Sie hängt ab von der Beziehung zwischen den Beteiligten, der konkreten Situation – und sie ist zeitlich begrenzt.

     

    Gehen Sie bewusst und mit einer gewissen Portion Entspanntheit mit dem Thema um!

     

    Alles Gute für Sie.

    Zum Weiterlesen:

    Wawrzinek, U. & Wirth, M. (2018): Vom Umgang mit sturen Eseln und beleidigten Leberwürsten: Wie Sie Konflikte kreativ lösen: Wie Sie Konflikte kreativ lösen. Verlag Klett-Cotta.

    Rosenberg, M. (2004): Konflikte lösen durch gewaltfreie Kommunikation. Verlag Herder.

    Fifty Shades of Grey

    Lust auf Schmerz? – Über Dominanz und Unterwerfung. 3Sat-Dokumentation
    (
    https://www.youtube.com/watch?v=d4e4pzCEPNA)

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    Susanne Schmieder

    Autorin: Susanne Schmieder

    Psychologin
    Mit Worten jonglieren, den richtigen Ton treffen und die Leser wertvoll informieren - das macht mir großen Spaß. Als Diplom-Psychologin verfasse ich hilfreiche und nützliche Fachartikel. Das bedeutet für mich Faszination und Herausforderung zugleich.

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