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Verbale und nonverbale Kommunikation

Stellen Sie sich folgende Situation vor: Ein Erwachsener spricht in einem liebevollen, warmen Tonfall mit einem Kleinkind im Alter von 2 bis 4 Jahren. Dabei nimmt er einen aggressiven, verbitterten oder ablehnenden Gesichtsausdruck an. Was würden Sie erwarten? Wie wird wohl das Kleinkind auf diese irreführende Kommunikation reagieren? Wird das Kleinkind eher von den wohlwollenden Worten oder durch den Gesichtsausdruck beeinflusst?

 

Um dies einschätzen zu können, muss man wissen, wie Kommunikation funktioniert und wie die Bestandteile der Kommunikation: Inhalt, Sprachmuster und Körpersprache verteilt sind und wirken.

 

Die Verteilung der Einflussfaktoren können Sie gut an dem folgendem Kuchendiagramm ablesen.

Kuchendiagramm Verteilung nonverbal und verbal in der Kommunikation
Kuchendiagramm Verteilung nonverbal und verbal in der Kommunikation

Aufteilung der Kommunikationswege | Grafik: ALL4SINGLES | Quelle: https://tu-dresden.de

Unsere Beiträge sind sehr ausführlich. Bitte nutzen Sie daher zur besseren Navigation das Inhaltsverzeichnis. Sollten Sie ergänzende Anregungen oder eigene Erfahrungen zum Thema besitzen? Freuen wir uns natürlich sehr über ein entsprechendes Kommentar am Ende des Beitrages.  

Wir wünschen eine inspirierende Lektüre!

Inhaltsverzeichnis
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    Was ist Kommunikation?

     

    Kommunikation: Was ist das eigentlich? Die meisten Menschen denken bei dem Begriff spontan an eine Unterhaltung: Sei es persönlich, in Form eines Telefonats oder über das Internet. Auch, wenn eine Person einer anderen ein Zeichen gibt, steht außer Frage, dass hier zwei Menschen miteinander kommunizieren.

     

    Doch der Begriff Kommunikation umfasst noch viel mehr als nur das, was wir einer anderen Person bewusst mitteilen.

     

    Nicht nur mit dem Inhalt unserer Sätze vermitteln wir unserem Gegenüber eine Botschaft, sondern noch viele weitere Aspekte spielen im verbalen Dialog eine Rolle:

    • Die Wortwahl
    • Der Tonfall
    • Der Redefluss
    • Die Tonhöhe
    • Die Lautstärke
    • Die Sprechgeschwindigkeit

    Mit all diesen Aspekten geben wir unserem Gesprächspartner etwas zu verstehen. Nicht umsonst gilt das Sprichwort: Der Ton macht die Musik. Inhaltlich, sogar wortwörtlich identische Aussagen oder Fragen können völlig unterschiedlich, mitunter sogar gegenteilig verstanden werden, je nachdem, wie wir uns ausdrücken und unsere Stimme dabei klingen lassen. Die schriftliche Kommunikation erschwert uns die Einschätzung einer Person gegenüber der mündlichen Kommunikation erheblich und führt weitaus häufiger zu Missverständnissen.

     

    Die nonverbale Kommunikation umfasst alle Botschaften, die wir auf andere Weise als mit unserer Stimme vermitteln.

     

    Wenn wir unserem Gesprächspartner persönlich gegenübersitzen, spielen visuelle und olfaktorische (Geruchssinn) Eindrücke eine entscheidende Rolle:

    • Körperhaltung
    • Verhaltensweisen
    • Gestik
    • Mimik
    • Äußeres Erscheinungsbild
    • Körpergeruch

    Signale, die mit den Augen und mit der Nase erfasst werden, spielen eine entscheidende Rolle in der Kommunikation. Sie können die Botschaft, die wir mit unseren Worten vermitteln, entweder unterstreichen oder im Widerspruch zu ihr stehen. Die Einschätzung eines Menschen gelingt uns in einem persönlichen Gespräch dementsprechend erheblich besser als während eines Telefonats.

     

    Zusammenfassend lässt sich sagen, dass der Begriff "Kommunikation" alle Arten von Signalen und Botschaften umfasst, die zwischen zwei Lebewesen (oder Geräten) ausgetauscht werden. Selbst, wenn wir uns um ausgesprochene Neutralität bemühen, hat dies eine Aussagekraft; auch der gezielte Versuch, nicht zu kommunizieren, ist eine Form der Kommunikation.

     

    Fachlich ausgedrückt ist Kommunikation ein Prozess der Informationsübermittlung, die zwischen einem Sender und einem Empfänger erfolgt. Der Sender "codiert" die zu übermittelnden Informationen dabei zum Beispiel in Form von Sprache, Mimik oder Gestik. Sobald der Empfänger den "Code" empfängt, decodiert er ihn. Im Falle uneindeutiger oder widersprüchlicher "Codes" kommt es zu Missverständnissen.

     

    Die Kommunikation ermöglicht es uns nicht nur, mit anderen Menschen zu interagieren, sondern auch, sie einzuschätzen und umgekehrt einen bestimmten Eindruck zu erwecken. Sie ist ein faszinierendes und mächtiges Werkzeug, welches uns viele Türen eröffnen, aber auch verschließen kann. Im Folgenden erhalten Sie einen Eindruck davon, wie vielschichtig Kommunikation funktioniert und wie wir sie gezielt nutzen können.

     

     

    Verbale und paraverbale Kommunikation: Was unsere Stimme über uns verrät

    Mann mit Megaphon verbale Kommunikation
    Mann mit Megaphon verbale Kommunikation

    "Das war nicht so gemeint." "Das habe ich damit nicht sagen wollen." "Da interpretierst du etwas hinein." Wer kennt diese Sätze nicht? Manche Menschen bekommen sie häufiger zu hören als andere; und einige neigen vermehrt dazu, die Aussagen ihrer Mitmenschen falsch aufzufassen. Woran liegt das?

     

    Die vermeintlich eindeutige Botschaft, die wir unserem Gegenüber senden, kann von diesem völlig anders interpretiert werden; unabhängig davon, ob das Gespräch persönlich oder fernmündlich erfolgt. Ob wir richtig verstanden werden, hängt davon ab, wie wir uns ausdrücken und wie wir beim Sprechen klingen; oder im umgekehrten Fall, auf welche Kriterien wir beim Zuhören besonders achten.

     

     

    Wie finde ich die passenden Worte?

     

    Wenn Sie sich das erste Mal mit einem Menschen unterhalten, trägt dessen Wortwahl entscheidend dazu bei, welchen Eindruck Sie von ihm gewinnen. Wie kann ein Mensch sich verbal ausdrücken?

    Wie kann ein Mensch sich verbal ausdrücken?

    • Höflich oder schroff
    • Positiv oder negativ
    • Formal oder umgangssprachlich
    • Einfach oder kompliziert
    • Humorvoll oder ernst

    Je nach Situation, Gesprächsthema und der Art der Beziehung zwischen zwei Personen wird eine unterschiedliche Wortwahl erwartet oder als sympathisch empfunden. Höflichkeit fassen wir fast immer positiv auf; in bestimmten Situationen kann aber auch eine schroffe Wortwahl dazu beitragen, dass sich eine Person von der anderen verstanden fühlt. Dies ist beispielsweise der Fall, wenn sich zwei Personen gleichermaßen über eine dritte Person ärgern.

     

    Ist das Glas halb voll oder halb leer? Personen, die ihre Sätze positiv formulieren, wirken optimistisch und dadurch in der Regel sympathisch. Geht es hingegen um ein sehr schlimmes, dramatisches oder beängstigendes Thema, kann eine positive Wortwahl auch den Eindruck erwecken, das entsprechende Thema nicht ernst zu nehmen oder seine Relevanz herunterzuspielen.

     

    Wie formal drückt sich Ihr Gegenüber aus? In beruflichen und geschäftlichen Beziehungen gilt ein formaler Tonfall allgemein als professionell und seriös; insbesondere, wenn sich zwei Personen (noch) nicht gut kennen. Lernen Sie einen Menschen hingegen privat und in einer entspannten Atmosphäre kennen, ist er Ihnen vermutlich sympathischer, wenn er sich locker und ungezwungen mit Ihnen unterhält. Eine formale Wortwahl wirkt in einer solchen Situation eher distanziert und unnatürlich. Dennoch verwenden einige Personen sie beim Flirten; mit dem Ziel, ihr Gegenüber zu beeindrucken.

     

    Einfach gestrickt oder Experte im Fachchinesisch? Die geeignete Wortwahl hängt immer davon ab, mit wem wir uns unterhalten. Wenn Sie mit Ihrem Arzt kommunizieren, erwarten Sie in der Regel, dass er sich gewählt und professionell ausdrückt. Gleichzeitig möchten Sie ihm auch als medizinischer Laie folgen und den Inhalt seiner Worte verstehen können. Ein übermäßiger Fachjargon ohne Rücksichtnahme auf den Wissensstand des Gegenübers wirkt schnell arrogant, rücksichtslos und bedrückend: Dem Gesprächspartner wird das unangenehme Gefühl vermittelt, "nichts zu verstehen". Dies ist nicht nur in Fachgesprächen von Bedeutung, sondern beispielsweise auch, wenn es sich bei dem Gesprächspartner um ein Kind handelt oder eine Sprachbarriere vorliegt. Eine unangebracht einfache Ausdrucksweise hingegen vermittelt schnell den Eindruck einer geringen Intelligenz.

     

    Humor wird allgemein als positiv angesehen. Dies gilt oft auch in angespannten, bedrückenden, beängstigenden oder ärgerlichen Situationen, die durch einen passenden Humor mitunter aufgelockert werden. Humor kann aber auch fehl am Platz sein; etwa wenn er den Eindruck erweckt, das jeweilige Thema nicht ernst zu nehmen oder ins Lächerliche ziehen zu wollen. Auch in einer gutgelaunten Atmosphäre ist weniger manchmal mehr: Übermäßiger Humor kann auf Personen, die ihn nicht im selben Ausmaß teilen, anstrengend oder unnatürlich wirken

     

    Personen, die ihren Gesprächspartner sympathisch finden, zeigen dies meist dadurch, dass sie sehr viel oder permanent lächeln oder lachen. Ganz besonders ist dies der Fall, wenn wir die jeweils andere Person attraktiv finden. Es kommt aber auch im Dialog mit Personen vor, mit denen wir uns einfach sehr gut verstehen.

     

     

    Den richtigen Ton treffen

     

    In welchem Tonfall redet Ihr Gesprächspartner mit Ihnen, wenn er etwas von Ihnen möchte oder Ihnen eine Frage beantwortet? Der Tonfall beinhaltet vor allem die Sprachmelodie und die Betonung der Wörter. Das deutliche hervorheben einzelner Wörter und markante Sprachpausen lassen unsere Sätze besonders eindringlich wirken. Auf diese Weise reden die meisten Menschen, wenn sie gerade starke Emotionen (im positiven oder negativen Sinne) empfinden, jemandem etwas sehr Wichtiges auftragen oder unseren Rang verdeutlichen möchten.

     

    Durch weniger starke Betonungen und kürzere Pausen wirken Aussagen ungezwungener und von einer geringeren Relevanz. Eine komplett eintönige Sprechweise erweckt häufig einen gelangweilten oder desinteressierten Eindruck und strengt den Zuhörer an.

     

    Haben Sie das Gefühl, dass Sie häufig nicht ernst genommen werden oder andere Menschen Ihnen nicht zuhören? Lauschen Sie das nächste Mal kritisch Ihrem eigenen Tonfall. Üben Sie aktiv das deutliche Betonen und Akzentuieren Ihrer Wörter.

     

     

    Die Kunst des ungestörten Redeflusses

     

    Redet Ihr Gesprächspartner fließend oder eher stockend mit Ihnen? Ein ungestörter Redefluss strahlt Ruhe, Kompetenz, Selbstsicherheit und Überzeugung aus. Stammeln, häufiges "Verhaspeln" und Füllwörter ("Ähm") signalisieren Unsicherheit oder eine mangelnde Konzentration. 

     

    Ursächlich dafür können Aufregung, Unwohlsein, Ablenkung, fehlendes Wissen oder eine schlechte Vorbereitung auf das Gespräch sein. Die jeweilige Person ist womöglich "mit den Gedanken woanders", unsicher auf dem jeweiligen Themengebiet oder hat Sorge, etwas "Falsches" zu sagen. Vielleicht ist ihr das Thema oder die gesamte Situation auch unangenehm. Eine "stotternde" Sprechweise kann aber auch durch positive Aufregung bedingt sein, die häufig zu beobachten ist, wenn sich eine Person zu ihrem Gegenüber hingezogen fühlt.

     

    Bei Personen, die vor einem Publikum sprechen, deutet ein stockender Redefluss auf Lampenfieber oder eine schlechte Vorbereitung hin.

     

     

    Die Tonhöhe: Entscheidend sind die Nuancen

     

    Insbesondere bei Menschen, die wir kennen oder mit denen wir uns schon eine Zeitlang unterhalten haben, vermittelt uns eine Veränderung in der Stimmhöhe deutliche Signale. Angst, Trauer und Entsetzen, aber auch Freude und Begeisterung können unsere Stimme hoch und schrill klingen lassen.

     

    Möchten wir die Sympathie einer Person gewinnen oder sie dazu bringen, uns einen Wunsch zu erfüllen, neigen wir zu einer höheren Stimmlage: Sie lässt uns offen und freundlich gesinnt wirken.

     

    Wenn wir verärgert oder genervt sind oder uns eine Person unsympathisch ist, tendieren wir eher zu einer tieferen Stimmlage. Ebenso ist dies der Fall, wenn wir sehr bestimmt mit einer Person reden oder jemanden zu etwas auffordern.

     

     

    Wie aussagekräftig ist die Lautstärke?

     

    Eine laute Stimme strahlt grundsätzlich Dominanz und Selbstsicherheit aus. In einer Führungs- oder Aufsichtsposition ist dies in der Regel erwünscht. Auf Gleichgestellte hingegen kann eine übermäßig laute Stimme unhöflich, bevormundend, aggressiv oder schlichtweg anstrengend wirken. Viele Personen sind sich ihrer lauten Stimmlage und des Eindrucks, den sie damit erwecken, allerdings nicht bewusst. Dies sollten Sie im Hinterkopf behalten, ehe Sie eine Person danach beurteilen.

     

    Eine leise Stimme verkörpert meist Unsicherheit oder den Wunsch, von Außenstehenden nicht gehört zu werden. Wenn Ihr Gesprächspartner mit Ihnen flirten möchte, spricht er womöglich leise, um eine möglichst private oder intime Atmosphäre zu schaffen. 

     

    Die Lautstärke der Stimme muss natürlich immer im Verhältnis zur Umgebungslautstärke betrachtet werden: Je ausgeprägter die Geräuschkulisse ist, desto lauter reden wir automatisch; und je weniger Umgebungslärm vorhanden ist, desto störender erscheinen uns Menschen, die unnötig laut reden.

     

     

    Ruhepool oder Nervenbündel: Bedeutung der Sprechgeschwindigkeit

     

    Die Geschwindigkeit, in der wir sprechen, ist ein guter Indikator für den Grad unserer Erregung. Bei Aufregung (egal, ob positiver oder negativer Art) sowie Ungeduld neigen wir dazu, schnell zu sprechen. Ruhiges, langsames Sprechen deutet auf Entspannung und Ausgeglichenheit hin.

     

     

    Nonverbale Kommunikation: Was wir nicht in Worten sagen und in Körpersprache ausdrücken

    6 Personen mit unterschiedlichem Ausdruck in der Körpersprache
    6 Personen mit unterschiedlichem Ausdruck in der Körpersprache

    Experten gehen davon aus, dass wir während eines persönlichen Kontaktes zu bis zu 90 % auf nonverbale Weise kommunizieren; insbesondere durch unsere Körpersprache. Dabei spielen verschiedene Kriterien eine Rolle, die wir Ihnen im Folgenden näher erläutern.

     

     

    Erscheinungsbild: Hier zählen die äußeren Werte

     

    Bereits unser äußeres Erscheinungsbild spielt eine bedeutende Rolle für den Eindruck, den wir vermitteln.

    Dazu gehören:

    • Kleidung
    • Pflegezustand
    • Styling

    Mit seinem Aussehen drückt ein Mensch vieles aus: Passt er sich der jeweiligen Situation an? Sticht er gerne aus der Menge heraus? Investiert er viel Zeit in sein Äußeres, um einen positiven Eindruck zu erwecken oder um sein Selbstbewusstsein zu steigern? Ist er wohlhabend und stellt dies gerne zur Schau? Möchte er durch sein Aussehen sexuelles Interesse auf sich lenken oder umgekehrt seinen Körper "verstecken"? Nutzt er sein Äußeres zur direkten Übermittlung von Botschaften, beispielsweise mit einem T-Shirt-Aufdruck oder Tattoo? Pflegt er sich und zeigt er Manieren oder erscheint er beispielsweise mit fettigem, ungekämmtem Haar?

     

    Personen, die wir nur "vom Sehen" kennen, beurteilen wir oft überwiegend nach ihrem Aussehen. Manche empfinden wir allein deswegen als unsympathisch, bedrohlich oder "nicht mit uns auf einer Wellenlänge"; und meiden von vornherein die Unterhaltung mit ihnen. Kommt es schließlich doch zu einem Gespräch, ändert sich unser Eindruck der jeweiligen Person oft schlagartig. "Ich hätte dich ganz anders eingeschätzt" ist ein typischer Satz, den man von Menschen hört, die sich eine Zeitlang nur flüchtig kannten und anschließend mehr miteinander zu tun haben.

     

    Oft reichen kleine Änderungen, um die eigene Ausstrahlung erheblich zu verbessern und Vorurteile zu vermeiden.

     

     

    Die Körperposition als Spiegel unserer Gedanken

     

    Die Körperhaltung ist ein Merkmal, mit dem uns ein Mensch bereits aus weiter Ferne viele Botschaften senden kann.

    Eine wichtige Rolle spielen dabei:

    • Die Krümmung des Rückens
    • Die Schulterposition
    • Die Haltung des Kopfes
    • Die Stellung der Beine
    • Die Position der Arme

    Eine aufrechte Haltung mit geradem Rücken, Hals und Kopf und zurückgezogenen Schultern signalisiert Ruhe und Selbstbewusstsein. In dieser Körperposition wirkt ein Mensch automatisch größer, stärker und auch dominanter. Selbstbewusstsein und innere Zufriedenheit werden in aller Regel als attraktiv empfunden, da sie Reife und Sicherheit ausstrahlen.

     

    Eine "zusammengesunkene" Haltung mit gekrümmtem Rücken, nach vorn herabhängenden Schultern und "eingezogenem" Kopf signalisiert Schwäche und Verletzbarkeit oder Unsicherheit: Diese Position nehmen wir oft ein, wenn wir eingeschüchtert, ängstlich oder demütig sind; aber auch beim Frieren, bei Müdigkeit, körperlichem Unwohlsein, Hoffnungslosigkeit oder Trauer.

     

    Menschen, die gegenüber einer anderen Person attraktiv erscheinen möchten, strecken meist die Brust hervor und ziehen gleichzeitig den Bauch ein. Sitzt Ihnen eine Person mit nach vorn geneigtem Oberkörper gegenüber, ist dies ein Zeichen dafür, dass Sie ihr sympathisch sind und sie Ihre Nähe sucht; oder aber, dass sie möglichst nicht von Außenstehenden gehört werden möchte. In diesem Fall wird die Person betont leise sprechen und versuchen, ihre Worte deutlich mit den Lippen zu formen.

     

    Mit dem Kopf vermitteln wir Botschaften, indem wir ihn auf verschiedene Weise strecken, neigen oder drehen. Wenn wir unser Gegenüber sympathisch finden, wenden wir ihm unser Gesicht in der Regel gerade zu. Ein angehobenes Kinn mit einem "Blick von oben" wird in der Regel als arroganz interpretiert; buchstäblich als eine Betrachtung "von oben herab". Hingegen gelten ein gesenktes Kinn und der "Blick von unten" als ein typisches Flirtsignal: Diese Haltung lässt unser Gesicht schmaler, unsere Wangenknochen höher und unsere Augen größer erscheinen.

     

    Auch mit einem seitlich geneigten Kopf kann eine Person Flirtabsichten andeuten: Sie präsentiert dabei ihren Hals als sensible und erogene Körperregion. Manchmal ist ein geneigter Kopf aber auch schlichtweg ein Zeichen von Vertrauen und Sympathie.

     

    Dreht Ihr Gegenüber sein Gesicht von Ihnen weg und schaut "schräg" zu Ihnen herüber, ist dies ein Zeichen von Antipathie.

     

    Das Stützen des Kopfes auf eine Hand oder beide Hände ist immer ein Zeichen von Entspannung. Dies kann mit Langeweile oder Müdigkeit verbunden sein, aber auch dann eintreten, wenn die jeweilige Person über etwas nachdenkt oder konzentriert ist; zum Beispiel beim Zuhören. Entscheidend sind ihre übrige Gestik und Mimik. Sehr aussagekräftig ist dabei die Position der Ellenbogen: Sitzt die Person nach vorne gelehnt und stützt ihren Kopf auf ihre auf dem Tisch positionierten Armen, sucht sie tendenziell ihre Nähe; ist sie zurückgelehnt, distanziert sie sich.

     

    Die Position der Beine zeigt Ihnen unter anderem, ob eine Person Ihnen zugeneigt ist: Sind Sie Ihrem Gesprächspartner sympathisch, zeigen seine Fußspitzen in Ihre Richtung. Andernfalls möchte er auf Distanz bleiben oder sein Interesse gilt eher einer anderen Person oder einem Ort in Sichtweite. Zeigen die Fußspitzen beispielsweise in Richtung Tür, deutet dies den Wunsch an, zu gehen.

     

    Frauen, die ihre Beine übereinanderschlagen, betonen dadurch ihre Oberschenkel. Nehmen sie diese Position betont langsam ein, während sie Blickkontakt mit einem Mann haben, ist dies häufig ein Indiz für sexuelles Interesse.

     

    Breitbeiniges Sitzen oder Stehen kann sowohl Dominanz als auch sexuelles Interesse am Gesprächspartner signalisieren. Die jeweilige Person, meistens ein Mann, nimmt dadurch viel "Raum" ein und wirkt mächtiger. Eng zusammenstehende oder aneinander gepresste Beine und Füße sind Zeichen von Unsicherheit oder Abneigung. Frauen, die vor einem Mann stehen, den sie attraktiv finden, überkreuzen ihre Beine oft auf Knöchelhöhe: Dadurch wirken sie zierlicher und femininer.

     

    Mit unseren Armen signalisieren wir Offenheit und Vertrauen oder aber Verschlossenheit und Distanzierung. Vor der Brust verschränkte Arme wirken generell abwehrend, abweisend oder unzufrieden. Auch, wenn uns das aktuelle Gesprächsthema unangenehm ist oder wir uns eingeschüchtert fühlen, verschränken wir mitunter spontan die Arme. Mit neben dem Körper positionierten Armen strahlen wir im Gegenteil Offenheit, Sicherheit und Sympathie aus.

     

    Beim Flirten befinden sich unsere Arme in der Regel neben oder (ohne dabei verschränkt zu werden) vor dem Körper. Oft nutzen wir sie, um lebhaft zu gestikulieren, oder zeigen nervöse Übersprungshandlungen (siehe unten). Besondere Sympathie oder Anziehung signalisieren wir durch das "Präsentieren" unserer Handgelenke.

     

    Personen, die unter Stress stehen oder verärgert sind, ballen ihre Hände oft unbewusst zu Fäusten oder umklammern ihre eigenen Arme oder Hände. Menschen, die lügen, neigen dazu, sich an die Lippen oder ausweichend an die Nase zu fassen. Auch, wer seine Hände "versteckt", beispielsweise hinter dem Rücken oder zwischen den Beinen, wirkt häufig unehrlich. Wenn uns das Gesprächsthema unangenehm ist oder wir sehr vertraulich damit umgehen möchten, halten wir uns häufig die Hand vor den Mund.

     

    Schirmt Ihr Gegenüber mit der Hand einen Teil seines Gesichtes vor Ihnen ab, deutet dies auf Ablehnung hin.

     

    Achtung: Bei Kälte nehmen wir oft eine scheinbar abweisende Körperhaltung ein, indem wir uns "kleinmachen" und die Wärmeabgabe dadurch reduzieren.

     

    Äußerst typisch beim Flirten ist das sogenannte Spiegeln der Körperhaltung des Gegenübers. Es kommt allerdings auch bei Personen vor, die sich auf andere Weise sehr nahe stehen. Beim Spiegeln nehmen die Gesprächspartner eine identische Körperposition ein; imitieren sich also unbewusst. Um zu testen, ob Ihr Gesprächspartner Sie spiegelt, können Sie hin und wieder gezielt Ihre Körperhaltung verändern und beobachten, ob er es Ihnen gleichtut.

     

    Ein häufiges Wechseln der Körperhaltung deutet auf Nervosität hin. Es ist also möglich, dass Ihr Gesprächspartner Sie attraktiv findet und daher auf positive Weise nervös ist. Möglicherweise fühlt er sich allerdings auch unwohl. Eine unruhige Körperhaltung muss daher immer in Kombination mit den übrigen Botschaften betrachtet werden, die die jeweilige Person aussendet.

     

     

    Immer der Nase nach

    Unsere Nase hat von all unseren Sinnesorganen das beste "Gedächtnis": Auch nach Jahrzehnten rufen Gerüche noch lebhafte Erinnerungen in uns hervor. Die Nase spielt eine entscheidende Rolle dafür, ob wir jemanden sympathisch finden und wie attraktiv er uns erscheint. Jemanden "nicht riechen" zu können, ist also weitaus mehr als nur eine Redewendung.

     

    Welche Gerüche nehmen wir an einem Menschen wahr?

    • Körper: Frisch, ungewaschen, Schweiß, ...
    • Klamotten: Neutral oder nach Rauch, Essen, Schweiß, ...
    • Atem: Neutral, frisch, aromatisch oder faulig, nach Alkohol, bestimmten Nahrungsmitteln, "Hunger", ...
    • Haare: Nach dem angewandten Shampoo, Haarspray oder Haargel
    • Deo, Parfüm, Aftershave usw.

    Der Geruch einer anderen Person sagt uns einiges über ihren Charakter und ihre "Ziele": Dezente, angenehme Gerüche sind ein Zeichen für Harmonie, gute Körperhygiene und Pflege. Ein Mensch, der reichlich Parfüm oder Aftershave nutzt, möchte in aller Regel auffallen und einen positiven Eindruck hinterlassen. Oft stecken hinter einem besonders auffälligen Duft auch Flirtabsichten.

     

    Eine übermäßige Nutzung von Düften kann allerdings aufdringlich wirken oder aber den Anschein erwecken, dass die Person etwas damit "überspielen" möchte; beispielsweise Unsicherheit oder Unzufriedenheit mit dem eigenen Körper.

     

    Unangenehme Gerüche erwecken nahezu immer einen schlechten Eindruck: Sie signalisieren uns, dass die Person möglicherweise unhygienisch ist oder es sie nicht interessiert, andere Menschen zu stören. Wer mit einem unangenehmen Körpergeruch zu einem vereinbarten Treffen kommt, hat sehr sicher keine Flirtambitionen.

     

    Gestik und Verhalten: Wenn Handlungen für sich sprechen

     

    Kennen Sie das Gefühl, einem Menschen vom ersten Moment an zu vertrauen? Oder andersherum aus unerklärlichen Gründen skeptisch gegenüber jemandem zu sein? Ursächlich für beide Situationen ist meistens die Körpersprache. Ohne, dass wir es bemerken, interpretiert unser Gehirn die Gesten und Verhaltensweisen unseres Gesprächspartners und prüft, ob sie im Einklang mit seinen verbalen Botschaften stehen. Stimmen die Botschaften der Körper- nicht mit denen der Lautsprache überein, empfinden wir automatisch Misstrauen.

     

     

    Gestik: Lernen Sie Zeichensprache

     

    Gesten können Ruhe, Vertrauen, Selbstsicherheit und Offenheit oder im Gegenteil Nervosität, Angst, Unsicherheit, Misstrauen und Distanzierung kommunizieren. Durch langsame, gleichmäßige, ausladende Armbewegungen strahlen wir Ruhe und Sicherheit aus: Die harmonischen und gleichzeitig raumfordernden Bewegungen zeigen einerseits an, dass ein Mensch friedlich gestimmt ist; andererseits, dass er einen gewissen Raum selbstbewusst für sich beansprucht.

     

    Beim Flirten neigen wir zu ausladenden Armbewegungen, um unserem Gegenüber sowie umstehenden Personen zu signalisieren, dass wir ein privates Gespräch wünschen.

     

    Hastiges "Gefuchtel" deutet auf Nervosität hin, die sowohl positiv als auch negativ sein kann: Seitlich ausladende Armbewegungen lassen Ersteres vermuten, da die Person zwar nervös ist, sich ihrem Gesprächspartner aber gleichzeitig "offen präsentiert". Werden die Arme beim Gestikulieren eher vor dem Körper gehalten, möchte die Person lieber die Distanz wahren.

     

    Menschen, die sich unwohl fühlen, sitzen oder stehen oft stocksteif und vermeiden nach Möglichkeit jede auffällige Bewegung. Dadurch versuchen wir instinktiv, nicht auf uns aufmerksam zu machen. Die Körper- und Armhaltung, die eine Person währenddessen einnimmt, ist vielsagend: Ist sie schlichtweg sehr aufgeregt, empfindet ihr Gegenüber aber als sympathisch, nimmt sie tendenziell eine offene Körperhaltung an; im umgekehrten Fall eine verschlossene.

     

    Befinden sich dritte Personen in der Nähe, flirten viele Menschen gerne, indem sie einander unauffällige Zeichen geben, um nicht "belauscht" zu werden.

     

     

    Allgemeine Verhaltensweisen: "Multitasking" im Gespräch?

     

    Wie verhält sich Ihr Gegenüber während der Unterhaltung und während der Gesprächspausen? Gilt seine Aufmerksamkeit voll und ganz Ihnen? Dann stehen die Chancen sehr gut, dass Sie ihm sympathisch sind und er sich in Ihrer Anwesenheit wohlfühlt. Menschen, die sich einander hingezogen fühlen, kommunizieren auch dann aktiv, wenn sie gerade schweigen: Durch Blickkontakt, Anlächeln oder Handzeichen. Personen, die ohne Flirtabsichten einander gegenübersitzen, "nutzen" Gesprächspausen oft anderweitig; etwa, indem sie sich umschauen oder einen Blick auf ihr Handy werfen.

     

    Bestimmte Verhaltensweisen signalisieren während eines Gesprächs recht eindeutig Desinteresse oder Ablehnung. Sehr typisch ist das wiederholte Nutzen des Handys während der Unterhaltung oder bei jeder noch so kleinen Gesprächspause. Dasselbe gilt für anderweitige unnötige Beschäftigungen "nebenher". Auch, wenn sich Ihr Gegenüber ohne triftigen Grund immer wieder von seinem Gespräch mit Ihnen ablenken lässt, deutet dies auf mangelndes Interesse hin: Eine Person, die auf Sie konzentriert ist, ignoriert die Menschen, Geräusche und Geschehnisse in der Umgebung, soweit es möglich ist.

     

    Geht Ihr Gesprächspartner während des Dates auf Sie ein? Lässt er sich auf Themen ein, die Sie ansprechen, und stellt Ihnen dazu passende Fragen? Oder wechselt er nach Möglichkeit das Thema, erzählt permanent nur von sich und gibt zu verstehen, dass er Ihnen nicht zuhört? Um konzentriertes Zuhören zu signalisieren, wenden Menschen das sogenannte soziale Grunzen an: Während die jeweils andere Person spricht, gibt der Zuhörer in regelmäßigen Abständen Laute von sich ("Hm", "Ja", "Okay" und so weiter). Auch das Nicken mit dem Kopf ist ein Zeichen von Aufmerksamkeit.

     

    Natürlich sollten Sie auch umgekehrt darauf achten, persönliches Interesse zu kommunizieren und Ihrem Gesprächspartner die volle Aufmerksamkeit zu widmen.

     

     

    Verhalten bei Nervosität: Wie wir "heimlich" Stress abbauen

    Sowohl Menschen als auch Tiere zeigen bei Nervosität sogenannte Übersprungshandlungen. Dieser Begriff beschreibt den Stressabbau durch prinzipiell unnötige, nicht zur Situation passende Verhaltensweisen.

    Handlungen, die bei jeder Form der Nervosität gezeigt werden können, sind:

    • "Trippeln" mit dem Fuß
    • Wippen mit dem Knie
    • Trommeln mit den Fingern
    • "Kneten" der Hände oder einzelner Finger
    • Reiben an Armen, Händen, Beinen, Nase oder Kinn
    • Gewichtsverlagerung von einem Bein aufs andere
    • Kratzen
    • "Fummeln" an Kleidung, Schmuck oder Gegenständen
    • Tollpatschiges Verhalten
    • Häufiges Räuspern

    Zeigt Ihr Gesprächspartner zusätzlich zu diesen auch die im folgenden Absatz genannten Verhaltensweisen, ist seine Nervosität höchstwahrscheinlich dadurch bedingt, dass er Sie anziehend findet.

     

     

    Verhalten beim Flirten: Wie unser Körper schöne Augen macht

    Bei einer positiven Nervosität im Rahmen des Flirtens sind beispielsweise die folgenden Verhaltensweisen typisch:

    • Streichen durch die Haare
    • Lecken über die Lippen
    • Berühren des eigenen Gesichts (oft der Lippen)
    • Streicheln des eigenen Körpers
    • Zurechtrücken oder Glattstreichen der Kleidung
    • Scheinbar zufällige Berührungen des Gesprächspartners
    • "Näherrücken"
    • Zurechtzupfen der Hose im Bereich des Unterleibs (bei Männern)
    • "Spielen" mit einer Haarsträhne (bei Frauen)
    • "Schulterblick" (bei Frauen)
    • Gang mit ausladenden Hüften (bei Frauen)

    Wenn Sie diese Verhaltensweisen wiederholt bei ihrem Gegenüber beobachten, ist die Wahrscheinlichkeit sehr hoch, dass es Sie attraktiv findet.

     

    Der genannte Schulterblick ist ein typisches Flirtsignal von Frauen, bei dem sie einem Mann, von dem sie sich entfernen, einen Blick über die Schulter zuwerfen.

     

    Das allmähliche Näherrücken zeigen zwei Personen, die einander anziehend finden. Der übliche räumliche Abstand zwischen zwei Menschen hängt von deren Beziehung zueinander ab.

    Wir unterscheiden:

    • Öffentliche Distanz: ab 3,50 m
    • Soziale Distanz: 1,20-3,60 m
    • Persönliche Distanz: 0,5-1,20 m
    • Intime Distanz: bis 0,5 m

    Ist das Interesse nur einseitig, bleibt im Normalfall die persönliche Distanz erhalten: Die interessierte Person versucht in diesem Fall zwar, sich der jeweils anderen anzunähern; diese vergrößert den Abstand aber kompensatorisch. Lässt die zweite Person die zunehmende Nähe hingegen zu, zeigt sie damit ihr Einverständnis.

     

     

    Mimik: Gesichter lesen wie ein Profi

     

    Weshalb ist es uns so wichtig, einem Menschen ins Gesicht zu blicken, um ihn einschätzen zu können?

     

    Unsere Gesichtsmuskulatur besitzt eine direkte Verbindung zum sogenannten Limbischen System, in dem unser Gehirn Emotionen verarbeitet. Unsere Gefühle spiegeln sich dabei automatisch in unserer Gesichtsmuskulatur wieder: Selbst bei Personen, die dies gezielt zu unterdrücken versuchen, sind für einen kurzen Moment sogenannte Mikroexpressionen feststellbar. Dies lässt sich sehr gut durch die Analyse von Videoaufnahmen demonstrieren.

     

    Menschen mit einem starren, "maskenartigen" Gesichtsausdruck wirken auf uns unheimlich und gefühlskalt.

     

     

    Augen: Was wir mit unseren Blicken sagen

    Bezüglich der Augen spielen verschiedene Parameter eine Rolle:

    • Blickkontakt
    • Augenbewegungen
    • Blickrichtung
    • Höhe der Lidspalte
    • Pupillenweite
    • Position der Augenlider
    • Blinzeln

    Die Augen eines Menschen (oder Tieres) werden auch als der "Schlüssel zu seiner Seele" bezeichnet. Um eine Vertrauensebene zu einer Person aufzubauen, ihre Glaubwürdigkeit zu beurteilen oder sie von etwas zu überzeugen, suchen wir automatisch den Blickkontakt. Im Gegensatz dazu meiden wir den direkten Blickkontakt, wenn wir unsicher sind, uns der Kontakt oder das Gesprächsthema unangenehm ist oder wir den ehrlichen Dialog fürchten.

     

    Obwohl Blickkontakt als ein wichtiges Kriterium gilt, um die Aufrichtigkeit einer Person einzuschätzen, sind diesbezüglich viele weitere Faktoren von Relevanz: Denn auf der einen Seite kann auch eine Person, die nicht die Wahrheit sagt oder der das Gespräch unangenehm ist, gezielt den Blickkontakt suchen; sei es aus Höflichkeit oder mit dem Ziel, überzeugend zu wirken. Auf der anderen Seite meiden auch Personen, die schüchtern sind oder mit den Gedanken abschweifen, häufig den Augenkontakt. Somit ist dieses Kriterium letztendlich unsicher und manipulierbar, da es sich willentlich sehr gut steuern lässt.

     

    Viele Personen, die sich zu einer anderen hingezogen fühlen, suchen automatisch den Blickkontakt; schauen aber schnell in eine andere Richtung, sowie sie "ertappt" werden. Wenn Ihnen also auffällt, dass jemand immer wieder "heimlich" zu Ihnen sieht, ist es gut möglich, dass diese Person Sie attraktiv findet; sich aber noch nicht traut, den nächsten Schritt zu wagen.

     

    Kaum bewusst sind sich die meisten Menschen der Aussagekraft ihrer Augenbewegungen. Obwohl sich auch diese theoretisch steuern lassen, erfolgen sie oft so intuitiv, dass auch geübte Personen sie nicht zu 100 % kontrollieren können. Die Augenbewegungen und die Blickrichtung können uns einen groben Hinweis auf die Gedankengänge einer Person geben: So bewegen wir unsere Augäpfel für gewöhnlich in den linken oberen Bereich des Auges, wenn wir eine visuelle Erinnerung abrufen; hingegen schauen wir nach rechts oben, wenn wir ein Bild oder eine bildhafte Szene erfinden. Analog dazu lässt eine akustische Erinnerung unsere Augäpfel waagrecht nach links wandern; ihre Erfindung hingegen nach rechts.

     

    Der Blick nach rechts unten deutet auf ein emotionales Empfinden hin; nach links unten schauen wir, wenn wir im Geiste mit uns selber reden.

     

    Die Blickrichtung Ihres Gesprächspartners sagt Ihnen viel darüber, wie entspannt und konzentriert er auf das Gespräch achtet. Ein intensiver Blickkontakt ist ein zuverlässiges Indiz für Aufmerksamkeit. Auch eine Person, die den Blick überwiegend entweder starr gesenkt hält oder immer wieder zu Boden blickt, kann Ihnen aufmerksam zuhören; den Blickkontakt jedoch aus einem der oben genannten Gründe meiden. Bleibt der Blick Ihres Gesprächspartners auffällig oft an Ihren Lippen hängen, findet er Sie höchstwahrscheinlich attraktiv. Dabei ist auch der sogenannte "Dreiecksblick" typisch, welcher zwischen beiden Augen und dem Mund der jeweils anderen Person hin- und her wandert.

     

    Schweift der Blick hingegen in die Ferne, kann dies darauf hindeuten, dass die Person visuell durch etwas abgelenkt ist. Ein Blick, der immer wieder zur Tür "huscht", signalisiert den Wunsch, den Raum zu verlassen. Ein wiederholter Blick auf die Uhr verrät Langeweile oder Zeitdruck. Dasselbe gilt für einen diffus umherschweifenden Blick. Eine hungrige Person schaut möglicherweise immer wieder in Richtung des Buffets oder der Bar. 

     

    Die Änderung der Blickrichtung kann durch das Bewegen des Kopfes, das Bewegen der Augäpfel oder eine Kombination aus beidem erfolgen. Das alleinige Bewegen der Augen ist subtiler und deutet darauf hin, dass die Person ihre dahinterstehenden Motive verbergen möchte. Wird der Kopf mitbewegt, legt die Person offenbar keinen großen Wert darauf, ihre abschweifenden Gedanken zu verheimlichen. Möglicherweise möchte sie Ihnen sogar bewusst signalisieren, dass sie das Treffen beenden oder die Location verlassen möchte.

     

    Die Lidspalte oder Augenweite sowie die Pupillenweite können, müssen jedoch keine Aussagekraft besitzen: Weit geöffnete Augen und große Pupillen deuten auf Erregung hin, die sowohl positiv (gespannte oder freudige Erwartung, Überraschung, angestrengte Konzentration) als auch negativ (Angst, Panik, Verzweiflung, starke Nervosität) sein kann. Unsere Pupillen weiten sich auch dann, wenn wir mit einer Person sprechen, die wir attraktiv finden.

     

    Die Augen- und Pupillenweite sind allerdings auch erheblich abhängig von den Lichtverhältnissen.

     

    Auch bei einem ehrlichen Lächeln oder Lachen verschmälern sich unsere Lidspalten: "Die Augen lachen mit." Ein aufgesetztes Lachen verrät sich mitunter dadurch, dass der Blick währenddessen ernst bleibt.

     

    Die Position der Augenlider ist höchst intuitiv und ihre permanente Kontrolle nahezu unmöglich. In Kombination mit der übrigen Gesichtsmuskulatur kann sie uns viele Hinweise liefern: Bei Erregung heben wir die Oberlider für gewöhnlich an, während wir die Unterlider absenken. Müdigkeit, Trauer oder Pessimismus signalisieren wir durch das Absenken der Oberlider und somit die Verschmälerung der Lidspalten. Empfinden wir Ekel, heben wir die Unterlider an.

     

    Blinzeln wird sowohl von Menschen als auch von Tieren als eine freundliche Geste interpretiert. Wer blinzelt, drückt damit Entspannung, Vertrauen und Friedfertigkeit aus. Fühlen wir uns zu einem Menschen hingezogen oder möchten wir seine Sympathie gewinnen, blinzeln wir besonders häufig. Bei Stress, Nervosität, Angst oder Wut ist das Gegenteil der Fall. Ein ununterbrochenes "Anstarren" ohne jeden Lidschlag wirkt aggressiv und herausfordernd.

     

     

    Gesichtsmuskulatur und Mund: So zeigen sie unsere Emotionen

     

    Die Gesichtsmuskulatur repräsentiert in erster Linie den Grad der Anspannung, den wir in diesem Moment empfinden. Erregung durch Nervosität, Stress oder Ärger äußert sich, auch wenn wir das jeweilige Gefühl zu verbergen versuchen, in einer angespannten Gesichtsmuskulatur. Die Kiefer sowie die Lippen können sichtlich aufeinander gepresst sein. Möglicherweise zeigt sich die Anspannung auch in einem Beißen auf die Unter- oder Oberlippe oder anderweitige Bewegungen des Mundes oder der Zunge.

     

    Bei Entspannung und Ausgeglichenheit, aber auch Überraschung oder Trauer hingegen ist unsere Gesichtsmuskulatur entspannt. Bei Verwunderung, Ungläubigkeit, Entsetzen oder Aufregung neigen wir außerdem dazu, den Mund zu öffnen.

     

    Beidseits angehobene Mundwinkel zeigen wir bei einem ernstgemeinten Lächeln oder Lachen. Dabei sind im Normalfall auch unsere Zähne deutlich zu sehen. Asymmetrisch bis einseitig gehobene Mundwinkel und eine hochgezogene Unterlippe können ein Zeichen dafür sein, dass die Freude oder Belustigung nur vorgetäuscht ist. Gesenkte Mundwinkel verkörpern Niedergeschlagenheit, Trauer oder gelegentlich Müdigkeit.

     

    Wenn wir Ekel oder Abscheu empfinden, ziehen wir die Mundwinkel meist nach hinten und kräuseln die Lippen bei einem leicht geöffneten Mund. Zur Nase hin bilden sich dabei Fältchen.

     

    Eine gekräuselte Stirn zeigen wir häufig bei Skepsis oder Verständnisproblemen. Das Heben der Wangen erfolgt automatisch bei einem ehrlichen Lachen oder Lächeln.

     

     

    Zu guter Letzt: Die Augenbrauen

     

    Die Augenbrauen sind der "Rahmen" unseres Gesichts. Bei Verärgerung und Wut ziehen wir sie zusammen und senken sie. Dabei entstehen über dem Nasenrücken typischerweise kleine Fältchen. Dasselbe ist oftmals der Fall, wenn unsere Augen einen bestimmten Punkt angestrengt fokussieren oder wir starke körperliche Kraft aufwenden. Auch Skepsis, Missmut oder Unverständnis können ursächlich für einen "verärgerten" Gesichtsausdruck sein.

     

    Angehoben werden die Augenbrauen beispielsweise bei Verwunderung, Angst und Langeweile. Bei Bestürzung, Enttäuschung oder Trauer ziehen wir typischerweise nur die Innenseite der Augenbrauen nach oben.

    Fazit

    Die Kommunikation ist ein enorm umfangreiches und vielschichtiges Themengebiet. Bei dem Eindruck, den wir von einer Person gewinnen und den wir umgekehrt auf andere Personen hinterlassen, spielen zahlreiche Faktoren zusammen. Erst durch die Kombination aus den unterschiedlichen verbalen und nonverbalen Botschaften, die eine Person aussendet, entsteht ein schlüssiges Bild.

    Um einen Menschen zu "lesen", sollten Sie einzelne Signale daher nie isoliert betrachten, sondern immer im "Gesamtpaket" mit den übrigen Botschaften; und unter Berücksichtigung der Situation, in der Sie und die andere Person sich aktuell befinden.

    Wie gelingt es Ihnen, erfolgreich zu kommunizieren? Insbesondere, wenn Sie in bestimmten Situationen oder mit bestimmten Menschen immer wieder Probleme haben, lohnt sich ein selbstkritischer Blick auf die Signale, die Sie unbewusst verwenden. Schauen Sie sich Videoaufnahmen an, in denen Sie mit anderen Menschen sprechen, und nehmen Sie sich genau unter die Lupe. Vergleichen Sie Ihr Auftreten mit dem von Personen, die in einer ähnlichen Situation keinerlei Schwierigkeiten haben. Auf die Weise können Sie mögliche "Fehler" erkennen und gezielt daran arbeiten.

    Letztendlich ist Kommunikation Übungssache. Nutzen Sie Alltagssituationen, um Ihre Fähigkeiten zu trainieren. Auf die Weise lässt sich das theoretische Wissen mit der Zeit festigen; und Sie können es beim nächsten Date erfolgreich in die Praxis umsetzen!

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    Autor: All4Singles

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