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Fremdgehen: Was hat es mit der Untreue auf sich?

Affäre, Seitensprung, One-Night-Stand oder Ausrutscher – es gibt viele Bezeichnungen für einen Betrug in einer Beziehung. Eines haben alle Beschreibungen des fremdgehen gemeinsam: Betrogene werden jedes Mal aufs Neue getriggert, wenn sie die Begriffe hören, denn der Schmerz über den Betrug sitzt besonders tief. Obwohl ein Seitensprung eine so große Verletzung beim Betrogenen verursacht, können einige Vergebene dem Reiz des Unbekannten nicht widerstehen. Dabei handelt es sich nicht einmal um ein besonders seltenes Phänomen; sowohl Männer als auch Frauen gehen fremd und setzen damit ihre Partnerschaft oder Ehe aufs Spiel. Warum wir einen Seitensprung wagen, wie dieser unsere Beziehung und unser Dating-Verhalten langfristig verändert und wie Sie die Situation lösen – hier kommen alle wichtigen Antworten.

Frau und Mann beim Fremdgehen
Frau und Mann beim Fremdgehen

Der Reiz am Fremdgehen | Quelle: © Alex Tihonov - Adope Stock

Unsere Beiträge sind sehr ausführlich. Bitte nutzen Sie daher zur besseren Navigation das Inhaltsverzeichnis. Sollten Sie ergänzende Anregungen oder eigene Erfahrungen zum Thema besitzen? Freuen wir uns natürlich sehr über ein entsprechendes Kommentar am Ende des Beitrages.  

Wir wünschen eine inspirierende Lektüre!

Inhaltsverzeichnis
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    Wie wird Fremdgehen definiert?

     

    Wer seinen Partner mit einem anderen Menschen sexuell betrügt oder eine Liebesbeziehung außerhalb der eigenen Ehe oder Partnerschaft führt, geht fremd – so die allgemeine Annahme und Definition¹. Unklar ist hingegen, ab wann ein Betrug beginnt. Genügt es, wenn wir mit dem Arbeitskollegen auf der Weihnachtsfeier flirten? Oder muss ein Partner mit einem anderen Menschen im Bett gewesen sein, damit wir ihn als Fremdgänger betiteln? Die Antworten fallen meist unterschiedlich aus und sind auch Beziehungsform-abhängig, sodass eine Definition gar nicht so einfach ist.

     

    Zur Verdeutlichung: Die klassische monogame Beziehung zwischen zwei Menschen baut in der Regel auf Exklusivität auf. Für die meisten Menschen heißt das: Liebe und Sex finden lediglich innerhalb der Partnerschaft statt. Damit unterscheidet sich die monogame Beziehung von der sogenannten offenen Beziehung – ein Modell, welches dem Paar erlaubt, auch außerhalb der eigenen Partnerschaft eine oder mehrere Affären zu pflegen. Ein Betrug findet also in dieser Konstellation nicht statt, wenn beide Partner mit offenen Karten spielen.

    Zusammenfassend bedeutet das:

    • Betrügen bedeutet (laut allgemein anerkannter Definition), seinem Partner innerhalb einer monogamen Beziehung untreu zu sein.
    • Sowohl sexuelle als auch emotionale Untreue kommen vor. Während es bei einigen um Sex geht, verlieben sich andere "fremd".
    • Welche Aktivitäten und Grenzüberschreitungen als Betrug definiert werden und ab wann dieser beginnt, ist abhängig vom jeweiligen Paar und wie dieses einen Betrug für sich definiert.

     

    Warum gehen Menschen fremd?

     

     

    In Deutschland sind schon etwa 40 Prozent der Frauen und Männer mindestens einmal untreu gewesen – so das Ergebnis einer Untersuchung². Grund genug, um nach dem "Warum" zu fragen. Prinzipiell kommen unterschiedliche Ursachen dafür infrage, weshalb Menschen in festen Partnerschaften das Abenteuer außerhalb der Beziehung suchen. Ein Überblick möglicher Gründe: 

     

    Sexuelle Frustration

     

    Sozialwissenschaftliche Untersuchungen unterstützen die häufig in Zeitschriften und Ratgebern zu lesende These, dass sich besonders in längeren Beziehung sexuelle Unlust zeigt³. Die sexuelle Frustration kann deshalb die Untreue eines Partners auslösen. Was Sie dabei bedenken sollten: Zwar können unerfüllte Fantasien und monotoner Sex zu einer Frustration innerhalb der Beziehung führen und einen Betrug auslösen. Die Ursache ist jedoch oft die fehlende Kommunikation zwischen den Partnern, wenn es um intime Wünsche geht. Schließlich handelt es sich bei Sex um ein oft tabuisiertes Thema. Die Angst, für seine Fantasien verurteilt zu werden, ist häufig groß. Wer auf seinem Wunsch sitzen bleibt und sich nicht traut, darüber zu sprechen, lebt seine Fantasie letztendlich klammheimlich aus – und wird zum Fremdgänger. 

     

    Suche nach Bestätigung

     

    Manche nennen es "Ego-Push". Andere beschreiben die Suche nach Bestätigung und Selbstwerterhöhung als ein wichtiges Grundbedürfnis eines jeden Menschen. Wie man es auch bezeichnen mag: Die Suche nach Bestätigung kann zu Untreue führen. Während unser Partner uns in der ersten Verliebtheitsphase oft mit Zuneigung, Komplimenten und Liebe überschüttet, kennzeichnet sich der weitere Verlauf in der Regel durch das Nachlassen der Verliebtheit. Dennoch festigen wir unsere Bindung zum Partner in der Regel zunehmend, denn das Vertrauen wächst mit den Jahren. Manche Menschen fühlen sich verunsichert, wenn sie merken, dass der Partner plötzlich auch das Unperfekte in einem sieht. Ein gering ausgeprägtes Selbstwertgefühl kann nun nach einem Ego-Push verlangen; und die Untreue nimmt ihren Lauf. 

     

    Eifersucht

     

    Übermäßig eifersüchtige Menschen möchten häufig die Kontrolle über ihre Beziehung behalten und hinterfragen deshalb jeden Schritt, den der Partner geht. Bekanntlich soll ein gesundes Maß an Eifersucht sogar dazu beitragen, die Liebesbeziehung frisch zu halten. Zu viel davon engt jedoch ein, sodass der kontrollierte Partner langfristig eine gewisse Distanz zum eifersüchtigen Partner aufbaut. Ein distanziertes Verhalten lässt auch die Gefühle erkalten und "turnt ab". Das Risiko für einen Betrug steigt, denn kontrollierte Menschen sehnen sich nach Freiheit und Leichtigkeit – und gehen eine unkomplizierte Affäre ein. 

     

    Das Aufkommen alter Gefühle

     

    Sie treffen ihren Ex-Partner oder einen Schwarm aus der Vergangenheit – und schon fahren die Emotionen Achterbahn. Oft lassen wir uns in einer solchen Situation zu einem Abenteuer hinreißen, wenn es sich ergibt. Alte und positive Erinnerungen lösen schließlich oft Glücksgefühle und Sehnsucht nach Vergangenem aus. Wir wünschen uns, die Zeit zurückdrehen zu können, diesen einen Kuss noch einmal zu erleben oder die Wärme des anderen wieder zu spüren. Das bedeutet nicht zwangsläufig, dass Sie ihren aktuellen Partner weniger lieben. Es geht in erster Linie darum, den "Kick", das gewisse Etwas zu spüren. 

     

    Suche nach Aufmerksamkeit und Wertschätzung

     

    Wertschätzung und Respekt spielen eine bedeutende Rolle in einer harmonischen Liebesbeziehung. Das bedeutet: Sie schenken ihrem Partner ihre ungeteilte Aufmerksamkeit, werden nicht beleidigend und bedanken sich auf für kleine Gesten. Deshalb gilt auch: Ob abwertendes Verhalten oder fehlende Aufmerksamkeit, beides führt innerhalb einer Beziehung dazu, dass sich der betroffene Partner verletzt fühlt und verschließt. Nun ist das Verlangen nach Kompensation besonders groß. Wir versuchen beispielsweise, die negativen Gefühle durch positive zu ersetzen. Manchmal endet dieser Versuch jedoch in der Untreue dem verletzenden Partner gegenüber. 

     

    Rache

     

    Ihr Partner hat sie auf üble Weise verletzt – und jetzt denken Sie darüber nach, ihn zu betrügen, um es ihm heimzuzahlen? Auch Rache gehört zu den Gründen, weshalb wir uns manchmal für eine Affäre oder einen One-Night-Stand entscheiden. Häufig sitzt die Enttäuschung darüber, dass unser alles geliebter Partner uns verletzt hat, so tief, dass wir sogar bis zum Vertrauensmissbrauch gehen. Schließlich wurden Sie genauso hintergangen und haben ein Recht darauf – so zumindest der Gedanke, der die Untreue rechtfertigen könnte.

     

    Allgemeine Unzufriedenheit

     

    In einigen Beziehungen ist eine Trennung längst überfällig. Viele Betroffene fürchten jedoch die Konsequenzen einer Trennung, haben Angst vor dem Alleinsein oder sie möchten sich der Wahrheit nicht stellen. Das ist verständlich, denn Veränderungen bedeuten immer Unsicherheit und Ungewissheit. Eine allgemeine Unzufriedenheit kann so weit gehen, dass Betroffene sich in eine Affäre flüchten. Sie soll vom eigentlichen Problem ablenken und das frustrierende Gefühl der langsam in die Brüche gehenden Beziehung überschatten. 

     

     

    Das sagt die Forschung zur Untreue

     

    Auch die Wissenschaft liefert nennenswerte Erkenntnisse zum Thema Untreue in einer Partnerschaft. Dazu zählt vor allem der Aspekt, dass Männer und Frauen sexuelle und emotionale Untreue anders wahrnehmen. Konkret: Männer fürchten sich eher vor der sexuellen Untreue ihrer Partnerin, während das weibliche Geschlecht den emotionalen Betrug als größere Gefahr einstuft⁴. Forscher erklären dies damit, dass Männer sich aus biologischer Sicht vor der sexuellen Untreue der Frau fürchten, weil sie ihre Nachkommen in Gefahr sehen. Schließlich sorgt der Sexualakt und die Befruchtung idealerweise für Nachkommen und sichert damit das biologische Erbe. Frauen würden sich vor der emotionalen Untreue eher fürchten, weil sie abhängig von den Ressourcen des Mannes sind, um Kinder zu zeugen – und romantische Gefühle für eine Konkurrentin die eigene Bindung bedrohen.

     

    Eine weitere Erkenntnis aus der Forschung: Der persönliche Bindungsstil eines Menschen trägt dazu bei, dass wir entweder treu bleiben oder uns auf einen Seitensprung einlassen. Die Rede ist vom unsicheren und vom sicheren Bindungsstil, den Psychologen maßgeblich unterscheiden⁵: Demnach seien vor allem sicher gebundene Personen treu, während unsicher gebundene Menschen eher das Abenteuer suchen. Der Bindungsstil beschreibt dabei in erster Linie nicht die Bindung zum Partner, sondern zu den eigenen Eltern. Sie sind unsere ersten Bezugspersonen im Leben. Kinder, die eine einfühlsame, ermutigende und sozial gesunde Zuwendung von ihren Bezugspersonen erhalten, entwickeln in aller Regel eine sichere Bindung. Eine unsichere Bindung entsteht oft, wenn Kinder die Vernachlässigung, Gleichgültigkeit, Gewalt oder Überforderung der Eltern erleben. Der unsichere Bindungsstil beeinflusst unsere Entscheidungen im Erwachsenenalter; wir fühlen uns häufiger minderwertig und unsicher oder haben das Gefühl, nicht zu genügen. 

    Das bedeutet zusammenfassend:

    • Laut biologisch-psychologischen Erkenntnissen fürchten Männer sich am ehesten vor der sexuellen Untreue.
    • Frauen fühlen sich eher bedroht, wenn ihr Partner romantische Gefühle für eine andere Frau hegt.
    • Forscher stellen fest, dass sicher gebundene Personen dazu tendieren, treu zu bleiben
    • Unsicher gebundene Menschen kämpfen oft mit Selbstwertproblemen und neigen dazu, einen Seitensprung zu begehen.

    Beachten Sie dabei: Nicht alle Aussagen müssen zwangsläufig zutreffen. Auch Frauen fürchten sich oft, dass ihr Partner ihnen sexuell untreu sein könnte. Genauso hat das männliche Geschlecht damit zu kämpfen, wenn die Partnerin romantische Gefühle für einen Konkurrenten hegt. 

     

     

    Was verändert sich nach einem Seitensprung?

    Mann und Frau auf dem Bett voneinander abgewandt
    Mann und Frau auf dem Bett voneinander abgewandt

    Veränderungen nach einem Seitensprung | Quelle: © diego cervo - Adope Stock

    Liebesbeziehungen setzten ein großes Maß an Vertrauen voraus. Ein Betrug kann die Beziehungsdynamik deshalb verändern, denn beim Seitensprung handelt sich in der Regel um einen großen Vertrauensmissbrauch. Der Betrogene fühlt sich zutiefst verletzt und in seinem Glauben erschüttert. Folgende Punkte können sich jetzt innerhalb einer Partnerschaft verändern: 

     

    Wachsende Eifersucht: Menschen, die bisher nur selten eifersüchtig waren, entwickeln nach einem Betrug oft ein stärkeres Eifersuchtsverhalten. Außerdem gilt, dass sich Partner, die ohnehin eifersüchtig waren, in einer übermäßigen Kontrolle verlieren. So kann es passieren, dass eine Partnerschaft toxisch und besonders kontrollierend wird.

     

    Veränderte Kommunikation: Fremdgänger und Betrogenen entwickeln manchmal eine andere Art von Kommunikation, nachdem ein Betrug auffliegt. Beispiel: Während der Betrogene oft distanzierter wird und verschlossener wirkt, versucht der Verursacher alles, um die Gunst des Partners zu gewinnen. Er kommuniziert offener, sucht das Gespräch und auch die nonverbale Kommunikation mit dem Partner. Genauso kann es passieren, dass der betrügende Partner sich distanziert und Gesprächssituationen vermeidet, um keine Rechenschaft ablegen zu müssen.

     

    Misstrauisches Verhalten im Alltag: Betrogene entwickelt in einigen Fällen ein größeres Misstrauen gegenüber dem Partner. Beachten Sie: Mit Misstrauen ist in diesem Fall nicht die Eifersucht gemeint. Vielmehr geht es um Alltagssituationen, welche sich durch ein fehlendes Vertrauen kennzeichnen. Der Betrogene fragt sich beispielsweise, ob auf den Partner noch Verlass ist; ob dieser den besprochenen Wocheneinkauf erledigt oder sich wie abgemacht um den Müll kümmert. Schließlich hat der Partner sich ja schon einmal nicht an die Abmachung gehalten und das Vertrauen gebrochen.

     

    Übervorsicht: Untreue kann dazu führen, dass ein Paar übervorsichtig wird. Die Übervorsicht beschreibt ein übertrieben rücksichtsvolles Verhalten. In der ersten Phase nach dem Betrug fördert eine besondere Einfühlsamkeit sogar das Vertrauen des betrogenen Partners. Langfristig führt sie jedoch dazu, dass der Partner wichtige Gedanken, Vorhaben und Entscheidungen verschweigt, um den anderen nicht zu verletzen. Deshalb führt eine Übervorsicht oft zu einer größeren Frustration; das Paar schweigt, wenn es ernst wird und fühlt sich frustriert, weil die Gedanken nicht laut ausgesprochen werden dürfen.

     

    Veränderung im Sexleben: Die sexuelle Dynamik eines Paares kann sich nach einem Seitensprung maßgeblich verändern – und zwar in unterschiedliche Richtungen. Das bedeutet: Während einige Paare mehr Lust empfinden und sich wild miteinander ausleben, ziehen sich andere Paare lieber vom Partner zurück und üben sich in Abstinenz. Sie verspüren keine richtige Lust auf Sex. Die gute Nachricht: Nicht selten berichten Paare, die es nach einem Seitensprung doch noch miteinander versuchen, dass sie offener über ihre sexuellen Vorlieben sprechen. Sie enttabuisieren das Thema Sex, sodass sie der Affäre – obwohl sie verletzend war – auch etwas Gutes abverlangen.

     

    Wandlung in der Wertschätzung des Partners: Betrogene schätzen den Wert des Partners oft anders ein, nachdem sie Opfer eines Seitensprungs werden. Beachten Sie, dass dies sowohl in eine positive als auch in eine negative Richtung geht; während einige ihren Partner noch mehr zu schätzen lernen, weil sie ihn fast an die Konkurrenz verloren hätten, sinkt die Wertschätzung bei anderen. Plötzlich ist der Fremdgänger nicht mehr der perfekte, makellose Partner, für den wir ihn gehalten haben – und wir sehen nun auch seine Schwachpunkte.

     

    Veränderung in der Denkweise: Ein Betrug löst eine Verletzung und infolgedessen unterschiedliche Schutzmechanismen beim Betrogenen aus. Ihre Denkweise kann sich nun verändern. Um sich vor weiteren Verletzungen zu schützen, entscheiden Betroffene beispielsweise rationaler bei Herzensangelegenheiten. Sie wollen nicht mehr nach dem Bauchgefühl gehen, um sich nicht erneut zu verletzen. Möglicherweise verhalten sie sich jetzt auch sachlicher in romantischen Situationen. Die Rationalisierung von Gefühlen trägt maßgeblich dazu bei, die berühmte "rosarote Brille" abzunehmen.

    Ein Überblick:

    • Insgesamt verändert sich die Kommunikationsart zwischen den beiden Partnern.
    • Möglicherweise reagiert der betrogene Partner mit einer übermäßigen Eifersucht.
    • Das Sexleben kann sich – sowohl positiv als auch negativ – verändern.
    • Die Wertschätzung dem Partner gegenüber steigt oder sinkt.
    • Betrogene zeigen oft verstärkt Schutzmechanismen, um nicht noch einmal verletzt zu werden.

     

    Wie verhalte ich mich, wenn ich meinen Partner betrogen habe?

     

    Wer fremdgeht, steht vor einer großen Entscheidung: Fehler beichten oder nicht? Obwohl viele Menschen Ihnen an dieser Stelle ganz klar dazu raten würden, ehrlich zum Partner zu sein und die Situation aufzuklären, entscheiden Sie sich vielleicht dagegen. Verständlich: Sie verletzen nicht nur ihren Partner, sondern müssen auch selbst die meist harten Konsequenzen aushalten. Folgende Fragen helfen Ihnen dabei, eine Entscheidung zu treffen und mit Ihrer Untreue besser umzugehen: 

     

    Empfinden Sie Reue? In den meisten Fällen bereuen es Fremdgänger, dass sie sich haben verführen lassen und einfach nicht stark genug waren, um der Versuchung zu widerstehen. So geht es jedoch nicht allen: Wer einen schwachen Moment erlebt, muss diesen nicht zwangsläufig bereuen. Wer keine echte Reue empfindet, denkt deshalb am besten darüber nach, ob die Beziehung noch Sinn ergibt. Beantworten Sie sich ehrlich und aufrichtig die Frage, ob Sie Ihren Partner noch lieben. Wer diese Frage bejaht, kämpft für die Partnerschaft. Verneinen Sie, gilt es, Verantwortung zu übernehmen, sich der Tatsache zu stellen und endlich einen Schlussstrich zu ziehen, anstatt Ihren Partner weiterhin zu verletzen.

     

    Was passiert, wenn Sie beichten? Wenn Sie gestehen, trifft es Ihren Partner garantiert hart. Es ist sehr wahrscheinlich, dass Ihr Partner unter Schock stehen wird, die Welt nicht mehr versteht und impulsiv auf Ihre Beichte reagiert. Ehrlichkeit hat jedoch seine Vorteile: Sie verstricken sich nicht immer tiefer in einem Netz aus vielen Lügen und lösen Ihr Geheimnis schnell auf. Als Konsequenz müssen Sie die Reaktion Ihres Partners aushalten, leben jedoch nicht dauerhaft mit einem schlechten Gewissen. Außerdem gilt: Nicht umsonst heißt es, dass viele Paare ihre Beziehung hinterher als noch stärker empfinden, nachdem diese einmal ordentlich auf den Kopf gestellt wird und sie gemeinsam durch die Krise gehen.

     

    Was passiert, wenn Sie sich gegen eine Beichte entscheiden? Sobald Sie sich dazu entschließen, Ihr Geheimnis für sich zu behalten, müssen Sie mit Ihrem schlechten Gewissen leben. Obwohl Ehrlichkeit der bessere Weg ist, ist es in einigen Fällen nicht unbedingt abwegig, einen Ausrutscher für sich zu behalten. Wer seine Tat aus tiefstem Herzen bereut und ohne Geheimniskrämerei keine Chance mehr für seine Beziehung sieht, behält den Seitensprung für sich. Bedenken Sie jedoch: Sollte Unehrlichkeit zur Gewohnheit werden und die Partnerschaft dominieren, denken Sie über eine Veränderung nach. Beziehungen beruhen in erster Linie auf Vertrauen – oder würden Sie nicht wollen, dass Ihr Partner Ihnen eine Affäre beichtet?

     

    Sind Sie bereit, an der Beziehung und an sich zu arbeiten? Wenn Sie diese Frage bejahen, achten Sie darauf, jetzt besonders behutsam mit den Gefühlen Ihres Partners umzugehen. Stellen Sie sich auf Vorwürfe, emotionale Momente, Streit, Rückzug und andere Stolpersteine ein. Wenn Sie bereit sind, an sich und an Ihrer Partnerschaft zu arbeiten, müssen Sie die Verantwortung für Ihre Untreue übernehmen. Möglicherweise erwartet Ihr Partner jetzt, dass Sie einen Beweis dafür liefern, wie ernst sie es meinen. Seien Sie deshalb ehrlich, offen und rücksichtsvoll und gehen Sie auf die Wünsche Ihres Gegenübers ein. Gleichzeitig ist es wichtig, dass Sie authentisch bleiben und sich Ihrem Partner so zeigen, wie Sie sind. Nur so ist es möglich, dass Ihr Partner Sie sieht und auch versteht, warum Sie sich für einen Seitensprung entschieden haben.

    Zusammengefasst bedeutet das für Sie:

    • Fragen Sie sich, ob Sie Ihren Seitensprung ehrlich bereuen.
    • Tragen Sie die Verantwortung und beichten Sie Ihrem Partner, was passiert ist.
    • Wenn Sie das Geheimnis für sich behalten, stellen Sie sich auch darauf ein, mit einem schlechten Gewissen zu leben.
    • Gehen Sie behutsam mit den Emotionen Ihres Partners um – streuen Sie kein Salz in die Wunde, wenn Sie eine Chance für Ihre Partnerschaft sehen.
    • Seien Sie ehrlich zu sich selbst: Wollen Sie die Partnerschaft retten oder aufgeben?

     

    Was kann ich tun, wenn mein Partner mich betrogen hat?

     

    Ihr Partner gesteht Ihnen, dass er untreu war oder Sie finden es selbst heraus? Wie es auch passiert: Ein Betrug gilt als das wohl größte No-Go innerhalb einer Beziehung. Viele Menschen schwören sich schon zu Beginn einer Partnerschaft, die Beziehung sofort zu beenden, wenn ihr Partner eine Affäre hat. Ganz so einfach ist es jedoch nicht. Eine Trennung würde bedeuten, dass Sie Ihr bisheriges gemeinsames Leben aufgeben, alles hinschmeißen und die Konsequenzen tragen müssen. Beachten Sie folgende Punkte, wenn Ihr Partner Sie betrogen hat: 

     

    Nehmen Sie sich Zeit für sich selbst. Jetzt ist es wichtig, dass Sie das Chaos in Ihrem im Kopf sortieren, den Schock verarbeiten und langsam wieder zu sich finden. Davor gilt: Lassen Sie Ihre Emotionen ruhig raus – Sie dürfen jetzt unkontrolliert und impulsiv sein. Wer seine Wut hinunterschluckt, muss damit rechnen, irgendwann zu implodieren. Bedenken Sie, dass es der Heilungsprozess manchmal andauert. Dieser kann sich über mehrere Monate und manchmal auch über mehrere Jahre ziehen.

     

    Reden Sie mit Ihrem Partner über den Seitensprung. Es ist Ihr gutes Recht. Stellen Sie die Fragen, die Sie stellen möchten und seien Sie ehrlich dabei. Manchmal verschweigen wir Gedanken und Gefühle, um uns nicht noch verletzlicher zu machen. Wichtig ist, dass Sie alle Masken fallen lassen und die Chance jetzt nutzen, um Antworten auf Ihre Fragen zu bekommen – auch wenn Sie sich dabei albern oder unsicher vorkommen.

     

    Fragen Sie sich selbst, was Sie von einer guten Partnerschaft erwarten. Wenn Ihr Partner Sie um eine zweite Chance bittet, sollten Sie klar definieren, was eine Beziehung für Sie ausmacht. Dazu gehören beispielsweise Werte wie Ehrlichkeit, Vertrauen und Authentizität. Klären Sie mit Ihrem Partner, ob dieser bereit ist, auf Ihre Wünsche einzugehen. Wichtig: Es hilft nicht, wenn Sie es nur von sich aus wollen. Wenn ein Partner sich weigert, für die Beziehung zu kämpfen, sollten Sie ernsthaft darüber nachdenken, ob Sie eine gemeinsame Zukunft sehen.

     

    Arbeiten Sie an sich. Ein Betrug muss nicht nur etwas Schlechtes sein. Das klingt zwar hart. Denken Sie aber daran, dass Sie jetzt die Chance haben, Ihre eigenen Grenzen kennenzulernen, ehrlich zu sich selbst zu sein und Bedürfnisse zu formulieren. Wer an sich selbst arbeitet und sich in Geduld übt, kann den Wendepunkt der Beziehung für sich nutzen. Aber: Es bedeutet nicht, dass Sie perfekt funktionieren müssen. Verletzlichkeit zeigen können, auch mal weinen und seine Wut nicht mehr hinter einer kontrollierten Fassade verstecken – auch das gehört zur Weiterentwicklung dazu.

     

    Fangen Sie an, sich selbst zu vergeben. Kennen Sie das Gefühl: Jemand verletzt Sie und Sie versinken automatisch in Selbstvorwürfen? Dieses Muster erkennen Sie vielleicht auch, wenn Ihr Partner Ihnen den Betrug beichtet. In solchen Momenten möchten wir den Fehler, der gerade passiert ist, ergründen. Selbstvorwürfe ergeben aber nur wenig Sinn. Wir fangen an, an unserem Selbstwertgefühl zu zweifeln. Erinnern Sie sich deshalb immer wieder daran, dass nicht alles, was Ihnen passiert, auch immer Ihre Schuld ist. Häufig haben folgenschwere Entscheidungen auch einfach mit der Person zu tun, die diese Entscheidung trifft. Befreien Sie sich deshalb langsam vom Gefühl, alles falsch gemacht zu haben. Tipp: Wer unter starken Schuldgefühlen leidet, sollte über professionelle Hilfe nachdenken. Ein ausgebildeter Psychotherapeut kann Ihnen dabei helfen, Ihre Emotionen behutsam zu ergründen.

     

    Starten Sie noch einmal neu. Sie haben die Wahl: Möchten Sie die Beziehung noch oder ziehen Sie einen Schlussstrich? Wie Sie sich auch entscheiden: Sie gehen jetzt einen neuen Weg mit frischen Erkenntnissen – das ist nicht immer leicht, aber etwas, das Sie im Leben weiterbringt.

     

    Nehmen Sie sich jetzt bewusst Zeit für sich, um über die aktuelle Situation Ihrer Partnerschaft nachzudenken. Reden Sie mit Ihrem Partner über das, was der Betrug mit Ihnen macht. Verstecken Sie Ihre Emotionen jetzt nicht – dazu gehören auch Wut, Enttäuschung und Trauer. Denken Sie darüber nach, sich professionelle Hilfe zu holen, wenn Sie sich Selbstvorwürfe machen. Machen Sie sich Ihre Grenzen bewusst. Fangen Sie an damit an, Ihrem Partner klar und deutlich mitzuteilen, was Ihre Bedürfnisse sind und was Sie von einer Partnerschaft erwarten. Nehmen Sie den Wendepunkt Ihrer Partnerschaft auch als Chance wahr, um an sich zu arbeiten. Nehmen Sie die Situation als Neustart wahr. Das kann bedeutet, dass Sie sich trennen oder es noch einmal mit Ihrem Partner versuchen.

     

     

    Haben Fremdgänger eine zweite Chance verdient?

    Ob eine Partnerschaft auch nach einer Affäre noch funktioniert, hängt von unterschiedlichen Faktoren ab. Wichtig ist, dass es beide Partner wollen. Wer unehrlich zu sich selbst ist und Gefühle vortäuscht, die längst nicht mehr da sind, wird auf Dauer unglücklich. Für den Betrogenen gilt: Irgendwann müssen die Vorwürfe ein Ende finden, denn so vermitteln Sie Ihrem Partner das Gefühl, dass dieser trotz seiner Bemühungen nicht genügt. Psychologen raten dazu, klare Vereinbarungen zu treffen und klärenden Gesprächen auf keinen Fall auszuweichen⁶. Nur so haben Sie eine realistische Chance, Ihre Beziehung nach einem Ausrutscher zu retten. Wichtig: Eine Garantie dafür, dass alles so wie früher wird, gibt es jedoch nicht.

    Diagramm - Wie verhalten sich Frau und Mann nach einem Seitensprung
    Diagramm - Wie verhalten sich Frau und Mann nach einem Seitensprung

    Umfrage - Verhalten des Partner nach einem Seitensprung | Grafik: ALL4SINGLES Quelle: https://de.statista.com

    Tipp: Holen Sie sich auch eine zweite Meinung ein, wenn Sie eine Entscheidung treffen müssen. Reden Sie beispielsweise mit einem Freund oder einer Vertrauensperson über Ihre Situation, denn manchmal sehen wir (vor lauter Wut und Enttäuschung) kein klares Bild.

     

    Wie beuge ich Seitensprüngen vor?

     

    Die bittere Wahrheit: Untreue lässt sich nicht zu 100 Prozent vorbeugen, denn Sie können die Gedanken und Entscheidungen Ihres Partners nicht kontrollieren. Das ist auch gut so – denn unsere Gedanken sollten immer frei bleiben und wir Menschen dazu in der Lage, eigene Entscheidungen zu treffen. Die gute Nachricht: Sie können gemeinsam daran arbeiten, dass Risiko für Untreue etwas zu reduzieren. Dazu eignen sich folgende Tipps: 

     

    1. Legen Sie gemeinsam mit Ihrem Partner eine Zeit fest, in der es nur um Ihre Partnerschaft geht. Oft verlieren wir uns aus den Augen und im Alltagstrott und kommen so nicht dazu, über Gefühle, Ängste und Bedürfnisse zu sprechen. 

     

    1. Kommunizieren Sie offen und angstfrei. Wer sich verletzlich zeigt und sich nicht vor der Reaktion seines Partners fürchtet, steht für sich ein. Es kommt dann zwar oft zu Diskussionen oder Streitigkeiten. Eine ausbalancierte Streitkultur gehört aber zu jeder guten Beziehung dazu. Wer alles verschweigt und innerlich alles mit sich selbst ausmacht, riskiert, sich leichter verführen zu lassen und sich anderweitig auszuleben. 

     

    1. Legen Sie fest, ab wann ein Betrug für Sie beginnt. Während einige Paare liberaler mit dem Thema umgehen, definieren andere einen Betrug etwas strenger. Deshalb ist es wichtig, dass Sie mit Ihrem Partner darüber sprechen. Verbalisieren Sie Ihre Grenzen, um rücksichtsvoller miteinander umgehen zu können. 

     

    Fazit: Untreue kann ein bedeutender Wendepunkt einer Beziehung sein

    Wer seinem Partner fremdgeht, bricht das wohl heiligste Gesetz einer Liebesbeziehung. Obwohl die meisten Menschen in einer monogamen Partnerschaft leben und die Untreue als einen massiven Vertrauensmissbrauch sehen, kann Sie auch eine Chance für eine Veränderung darstellen. Der Grund: Ein Betrug passiert nicht einfach so. Oft steckt dahinter ein tieferes Problem, welches häufig mit der betrügenden Person und der Beziehung zusammenhängt. Warum Menschen jedoch einen Sprung in fremde Betten wagen, ist nicht abschließend geklärt. Während einige sich nach einem sexuellen Abenteuer sehnen, suchen andere nach Geborgenheit und emotionaler Nähe, die sie in Ihrer Partnerschaft nicht finden. 

    Jetzt gilt: Beziehung retten – oder endgültig beenden. Betrogene sollten die Chance nutzen, um sich über ihre Gefühle klar zu werden. Gleiches gilt übrigens für diejenigen, die sich auf eine Affäre eingelassen haben.

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    Autor: All4Singles

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