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Dauersingle mit Beziehungswunsch: Ursachen und Strategien

Laut einer aktuellen Umfrage, lebten 2021 fast 23 Millionen Singles in Deutschland. Fünf Millionen davon haben sich bewusst für ein Leben ohne Beziehung entschieden und sind zufrieden mit ihrem Status. Das bedeutet jedoch auch: 18 Millionen Menschen leben alleine, obwohl sie sich eine Partnerschaft wünschen. Diese Zahl erscheint hoch – schließlich liegt die nächste Chance auf Beziehungsglück im Internet nur einen Klick weit entfernt.

 

An den fehlenden Möglichkeiten liegt es also nicht. Was dann?

 

In diesem Beitrag beleuchten wir die möglichen Ursachen und zeigen Strategien, die Ihnen dabei helfen, Ihr Dasein als Langzeitsingle zu beenden. Fragen zu individuellen Ursachen und ein Test möchten Sie auf Ihrem persönlichen Weg voranbringen.

Dauersingle mit Beziehungswunsch. 2 Affen die sich lausen
Dauersingle mit Beziehungswunsch. 2 Affen die sich lausen

Langzeitsingle - Ursachen und Wege zum Glück | Quelle: © nicholas-santasier - Pexels.com

Unsere Beiträge sind sehr ausführlich. Bitte nutzen Sie daher zur besseren Navigation das Inhaltsverzeichnis. Sollten Sie ergänzende Anregungen oder eigene Erfahrungen zum Thema besitzen? Freuen wir uns natürlich sehr über ein entsprechendes Kommentar am Ende des Beitrages.  

Wir wünschen eine inspirierende Lektüre!

Inhaltsverzeichnis
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    Dauersingle: Warum bleiben Männer und Frauen trotz Beziehungswunsch alleine?

    Was glauben Sie, welche Gründe dafür eine Rolle spielen?

     

    Bevor Sie weiterlesen: Falls Sie sich selbst in die Gruppe der Langzeitsingles einordnen, nehmen Sie sich einige Minuten Zeit und notieren Sie die Punkte, die aus Ihrer Sicht für Ihre Partnerlosigkeit verantwortlich sind. Im Anschluss vergleichen Sie Ihre Antworten mit der folgenden Übersicht. Finden Sie weitere Punkte, die für Sie relevant erscheinen, können Sie Ihre Liste entsprechend ergänzen.

     

    Anregungen und Tipps, um das Problem zu lösen, finden Sie jeweils am Ende des jeweiligen Abschnitts. Los geht‘s!

    1. Die Rahmenbedingungen: aktuelle Trends und (zu) viele Möglichkeiten

    Wir leben in einer offenen Gesellschaft, die verschiedenste Lebensentwürfe ermöglicht und akzeptiert. Unverheiratete und Partnerlose gelten nicht mehr als „Übriggeblieben“, die Ausbildungszeiten erstrecken sich nicht selten bis in die 30er hinein und berufliche Karrieren führen zu häufigen Ortswechseln und Auslandsaufenthalten.

     

    Auch wenn viele junge Menschen gerne in einer Beziehung leben, passiert es leicht, dass sie eine bestehende Partnerschaft im turbulenten Alltag nicht aufrecht erhalten können. Eine neue Beziehung aufzubauen gelingt ebenfalls nicht nebenbei. Die Zeit vergeht und die Monate und Jahre als Single summieren sich. Gerade weil die gesellschaftlichen Zwänge sich zu binden nicht mehr existieren, ist es ein Leichtes, das Thema Partnerschaft gedanklich in die Zukunft zu verlagern.

     

    Ab Mitte dreißig verkehrt sich diese Entwicklung ins Gegenteil. Die Zeit drängt und eine Partnerschaft einzugehen gestaltet sich in der Rushhour des Lebens zunehmend schwierig.  Das gilt für den alleinerziehenden Elternteil genauso wie für den beruflich erfolgreichen Single.  Vor allem Frauen mit hohem Bildungsabschluss bleiben lange Single. Sie finden keinen passenden Partner.

     

    Was tun?

     

    Die Welt steckt voller Möglichkeiten. Deshalb ist es extrem wichtig, sich selbst gut zu organisieren und dem eigenen Leben eine Richtung zu geben. Dazu gehört auch, Prioritäten zu setzen und gleichzeitig alle anderen Lebensbereiche nicht ganz aus dem Blick zu verlieren. [@Rico – Ein Vorschlag: Mehr zum Thema Selbstorganisation finden Sie hier. ]

     

    An dieser Stelle konzentrieren wir uns auf das Thema Beziehung. Überlegen Sie:

    Welchen Stellenwert hat eine Partnerschaft in Ihrem Leben?

    • Partnerschaft
    • Karriere
    • Hobby
    • Freunde/Familie
    • gesellschaftliches Engagement, z. B. Umweltschutz
    • Haustiere

    2. Die eigenen Ansprüche: Was will ich?

    Kein Beitrag rund um die Frage „Wie finde ich einen Partner?“ kommt ohne ihn aus: den Blick auf die eigenen Ansprüche.

     

    An dieser Stelle gleich vorweg: Die meisten Vorstellungen über Mr. Right oder die perfekte Frau sind überzogen – weit verbreitet sind sie trotzdem. So gibt die Hälfte der Single-Frauen im Rahmen einer Parship-Umfrage an, dass ihre hohen Ansprüche der Grund für ihr Single-Leben sind. Männer scheinen flexibler zu sein, jedoch nur in einem gewissen Rahmen.

     

    Warum ist das so?

    Na, an welcher Position steht für Sie eine Partnerschaft? Auch wenn Sie gerne zu zweit durch Leben gehen möchten, sollten Sie über die folgenden Punkte nachdenken und sie ehrlich für sich beantworten.

     

    Machen Sie sich klar, dass eine Beziehung Kompromisse erfordert. Als Dauersingle stehen Ihnen mehr Zeit und Energie für die übrigen Lebensbereiche zur Verfügung und Sie können Ihre Ressourcen flexibel einteilen. Sind Sie bereit, Ihr soziales Engagement zu reduzieren oder die Zeit für Ihre Hobbys zu kürzen, vielleicht weniger freundschaftliche Kontakte zu pflegen?

     

    Was können und wollen Sie zum Gelingen der Partnerschaft beitragen? Ein Selbstläufer ist eine glückliche Beziehung nicht.

     

    Falls Sie jetzt zu dem Ergebnis gelangen, lieber Single zu bleiben, ist das vollkommen in Ordnung. Wichtig ist, dass Sie wissen, was Sie wirklich wollen und keinem Fantasiebild hinterherlaufen oder nachtrauern.

     

    Ist der Beziehungswunsch klar vorhanden, betrachten wir nun den nächsten Punkt.

    Die Ideale entstehen aus den verschiedenen Gründen:

    • Selbstoptimierung und Selbstverwirklichung: Perfektion liegt im Trend
    • Digitale Technik: der perfekte Partner scheint nur einen Klick entfernt zu sein
    • Zunehmend hohes Bildungsniveau vieler Frauen lassen deren Ansprüche steigen
    • Ungleichgewicht von Ich-Bezogenheit und Wir-Gefühl: Was will ich und was kann ich geben?
    • Romantischer Mythos: Zu jedem Menschen existiert ein passendes Gegenstück, das es zu finden gilt – der Topf zum Deckel, der Seelenpartner, die „bessere“ Hälfte.

    Langzeitsingles tappen noch leichter in die Anspruchs-Falle als Männer und Frauen kurz nach einer Trennung. Sie haben viel Zeit, sich den idealen Partner in ihrer Fantasie detailliert vorzustellen und dieses Bild verfestigt sich zunehmend. Einen realen Menschen zu finden, der dem gedanklichen Ideal entspricht, ist (fast) unmöglich.

     

    Trotzdem gibt es persönliche No-gos, die einer Beziehung im Wege stehen. Hier sollten Sie sich jedoch auf die wichtigsten Aspekte beschränken.

     

    So geht‘s!

    Schreiben Sie alle Eingenschaften, Umstände oder Verhaltensweisen auf, die Sie NICHT mit einem Partner erleben möchten möchten.

    Beispiele:

    • Partner, der raucht
    • Partner ohne/mit Kinderwunsch
    • dauerhafte Fernbeziehung
    • Fleisch-essender Partner
    • unsportlicher Partner
    • Partner mit geringem Ansehen
    • immer auf Achse sein, viel Reisen

    Sobald Ihre Liste steht, ordnen Sie sie nach Wichtigkeit und schenken Sie bei der Partnersuche nur den ersten zwei bis drei Aspekten Aufmerksamkeit.

     

    Wenn Sie einen interessanten Menschen kennenlernen und beginnen, eine innere Liste abzufragen, entsteht rasch eine Atmosphäre wie bei einem Bewerbungsgespräch. Das wirkt abschreckend auf Ihr Gegenüber. Lassen Sie sich Zeit, den anderen kennenzulernen. Viele liebenswerte Eigenschaften entdecken Sie nicht innerhalb von dreißig Minuten.

     

    Eine No-go-Liste zu erstellen hat zwei Funktionen: Wichtige Aspekte wie der vorhandene Kinderwunsch können schnell eine Entscheidung für oder gegen ein weiteres Kennenlernen herbeiführen. Die anderen Punkte im Hinterkopf zu behalten hilft Ihnen, sich selbst zu überprüfen, um nicht vorschnell die Flinte ins Korn zu werfen.

     

    Ein Hinweis für Frauen: Gerade Akademikerinnen mit hohen Ansprüchen müssen nicht Single bleiben, wenn Sie bereit sind, sich den realen Gegebenheiten zu stellen, nämlich, dass es nicht genug Partner auf ihrem Bildungsniveau gibt. Daraus folgt: Ein Mann fällt nicht als potenzieller Beziehungspartner durch, weil der entsprechende Bildungsgrad fehlt. – Zumindest nicht, solange die (anderen) wichtigen Parameter stimmen. Hier ist in Sachen Gleichstellung noch Luft nach oben.

    3. Bindungsstil und Selbstbild

    Manche Menschen verschleiern mit hohen Ansprüchen unbewusst ihre nicht vorhandene Bereitschaft, sich auf eine Partnerschaft einzulassen. Sind Sie längere Zeit Single, können sich Ängste vor einem Beziehungsalltag einnisten. Wie löse ich Konflikte? Möchte ich meine Freiheit wirklich gegen neue Verpflichtungen eintauschen? Ist dieser Mensch wirklich der Richtige?

     

    In der Psychologie existiert ein Modell, das kindliches Bindungsverhalten drei grundlegenden Bindungstypen zuordnet (nach J. Bowlby). Es basiert auf dem klassischen „Fremde-Situations-Test“, bei dem die Mutter ihr Kind mit einer fremden Person kurz alleine lässt. Die Reaktion des Kindes gibt Hinweise auf den Bindungsstil:

    1. Vermeidend: Das Kind wendet sich den Spielsachen zu. Es bleibt davon unbeeindruckt, wenn die Mutter geht und auch, wenn sie den Raum wieder betritt.
    2. Sicher: Das Kind ist unsicher, vielleicht ängstlich und zeigt seine Gefühle, wenn die Mutter den Raum verlässt. Sobald die Mutter wieder eintritt, wendet sich das Kleine seiner Mutter zu und lässt sich von ihr beruhigen.
    3. Ängstlich-ambivalent: Das Kind schreit und weint, sobald die Mutter das Zimmer verlässt. Es ist sehr fixiert auf sie. Kommt die Mutter zurück, kann sie das Kind nur schwer beruhigen.

    Die Experimente zum kindlichen Bindungsstil waren so eindeutig, dass die Forscher lange Zeit davon ausgingen, dass jeder Mensch über einen stabilen Bindungsstil verfügt. Inzwischen ist klar: Auch Bindungstypen sind variabel. Neue Erfahrungen beeinflussen den Bindungsstil.

    Im Erwachsenenalter haben Bindungsforscher folgende Beziehungsmuster entdeckt:

    Positives Selbstbild Negatives Selbstbild
    Positives Bild vom Partner Sicherer Bindungsstil, fühlt sich durch den Partner emotional unterstützt, kann Nähe zulassen und genießen. Ängstlich-ambivalente Bindung mit starker emotionaler Anziehung und gleichzeitig großer Verlustangst.
    Negatives Bild vom Partner Gleichgültig-vermeidender Stil: Vermeidung von Intimität, wenig emotionale Abhängigkeit vom Partner, legt Wert auf Autonomie Ängstlich-vermeidender Stil. Eine Beziehung mit emotionaler Tiefe wird vermieden. Sie löst Ängste aus.

    4. Selbsttest: der Bochumer Bindungsfragebogen

    Über die Website des Leibnitz-Instituts für Psychologie in Trier können Sie den Bochumer Bindungsfragebogen (BoBi) downloaden und ausfüllen. Gehen Sie dafür auf https://www.testarchiv.eu/de/test/9005701 und öffnen Sie den Reiter „Downloads“. Dort finden Sie den Fragebogen zum Herunterladen. Der BoBi besteht aus 36 Fragen, die Sie jeweils auf einer Skala von „stimme überhaupt nicht zu“ bis „stimme voll zu“ beantworten.

    Die Auswertung:

    • Für jede Antwort „Stimme überhaupt nicht zu“ geben Sie sich 1 Punkt, für „Stimme voll zu“ erhalten Sie 7 Punkte – so wie auf dem Fragebogen angegeben.
    • Achtung: Bei den Fragen 3, 15, 19, 22, 25, 27, 29, 31, 33 und 35 vergeben Sie die Punkte in umgekehrter Reihenfolge: 1 Punkt für „Stimme voll zu“ und 7 Punkte für „Stimme überhaupt nicht zu“.
    • Zählen Sie nun die Punkte aller ungeraden Fragen (Frage 1, 3, 5, …) zusammen und teilen Sie das Ergebnis durch 18. Dies ist Ihr Ergebnis für die Ausprägung von Vermeidungstendenzen in Bezug auf Beziehungen.
    • Zählen Sie nun die Punkte aller geraden Fragen (Frage 2, 4, 6, …) zusammen und teilen Sie auch dieses Ergebnis durch 18. Damit erhalten Sie die Ausprägung im Bereich Ängstlichkeit.

    Interpretation:

    Die Ergebnisse zeigen eine Momentaufnahme. Liegen die beiden Werte zwischen 3 und 5, können Sie davon ausgehen, dass Sie weder besonders ängstlich in Bezug auf Beziehungen reagieren, noch zum vermeidenden Beziehungsstil neigen. Durchschnittswerte von 1 und 2 deuten auf einen sicheren Bindungsstil hin. Erhalten Sie dagegen Werte von 6 oder 7, neigen Sie zu ängstlichem bzw.  vermeidendem Verhalten. Sie können dieses Ergebnis als Grundlage nutzen, um sich selbst besser zu verstehen.

     

    Sollten Sie traumatische Beziehungserfahrungen gemacht haben oder unter intensiven Ängsten leiden, zögern Sie nicht und wenden Sie sich an einen Therapeuten, eine Beratungsstelle oder Ihren Hausarzt.

    5. Mutlosigkeit und Frust bei der Partnersuche: Umgang mit negativen Gefühlen

    Verständlicherweise ist eine lange Serie erfolgloser Dates frustrierend. Wenn Sie sich schon beim Gedanken an ein Kennenlernen mutlos oder genervt fühlen, legen Sie eine Pause ein. Die eigene negative Stimmung wird vom Gegenüber wahrgenommen und die Erfolgsaussichten beim Dating sinken. Außerdem besteht die Gefahr, dass dieser Frust im Gespräch mit der neuen Bekanntschaft hochkocht und das Kennenlernen sabotiert.

     

    Aber der Wunsch nach einem Partner bleibt doch!

     

    Das stimmt. Tatsächlich ist die Suche nach einem Partner für eine ernsthafte und dauerhafte Beziehung ein längerfristiges Projekt mit durchaus anstrengenden Phasen. In Selbstmitleid zu baden kann kurzfristig entlastend wirken – lässt die Erfolgsaussichten allerdings schwinden.

     

    Was tun?

     

    Machen Sie sich klar, dass ein Partner nicht für Ihr Wohlbefinden verantwortlich ist. Liebe bedeutet natürlich, sich umeinander zu kümmern. Doch kein Mensch kann all Ihre Bedürfnisse stillen. Wenn es Ihnen gelingt, die Phase der Partnersuche als Entwicklungs- und Lernprozess zu betrachten, gehen Sie in jedem Fall als Sieger hervor. Lernen Sie sich und Ihre Bedürfnisse besser kennen und probieren Sie aus, was Sie zufriedenstellt und erfüllt – auch ohne Partner an Ihrer Seite. Damit erarbeiten Sie sich selbst die Chance, eine reifere Art von Beziehung einzugehen. Das bedeutet, Sie können ihre Wünsche in einer späteren Beziehung klar benennen und Ihr Partner muss nicht „Gedankenlesen“.

    6. Ist die alte Beziehung wirklich abgeschlossen?

    Diese Frage ist ernst gemeint. Die Tatsache, dass Sie seit mehreren Jahren im Single-Modus leben, bedeutet nicht zwangsläufig, dass Sie mit der letzten Partnerschaft tatsächlich abgeschlossen haben. Dabei spielt es keine Rolle, ob alte Verletzungen und Trauer nicht überwunden sind oder Sie einem idealisierten Bild nachhängen.

     

    Die Alternative: Der Blick nach vorne. Anstatt an die Verletzungen der alten Beziehung zu denken,  sollten Sie daraus lernen und positiv in die Zukunft blicken. Es ist nämlich so: Je häufiger Sie einem Gedankengang folgen, umso fester prägt er sich ein. Das menschliche Gehirn ist kein Archiv, das alte Erinnerungen konserviert. Jedes Mal, wenn Sie sich eine Situation aus der Vergangenheit vorstellen, verändern die aktuelle Stimmung und zwischenzeitliche Erfahrungen die Erinnerung. Der Grund dafür liegt in der Evolution: Das Gedächtnis wird durch unbewusste Lernprozesse geformt, die uns helfen sollen zu überleben. Deshalb ist es sinnvoll, bewusst aus der alten Beziehung zu lernen und sie dann zu verabschieden.

    7. Passive oder unbewusste Beziehungsverweigerung

    Manchmal verstehen Singles sich selbst nicht. Sie wünschen sich sehnlichst eine Beziehung, schaffen es jedoch nicht, ihr Schicksal aktiv in die Hand zu nehmen. Unbewusste Glaubenssätze oder Lerngeschichten stecken in den meisten Fällen hinter dieser Selbstsabotage.

     

    Was tun?

    Lesen Sie die folgenden Glaubenssätze laut oder gedanklich und achten Sie darauf, welche Gefühle damit in Verbindung stehen.

    • Ich bin nicht liebenswert.
    • Ich muss mich unterordnen.
    • Der Partner/die Familie kommt immer zuerst.
    • Ich trage für das Gelingen der Beziehung die Hauptverantwortung.

    Fallen Ihnen eigene Glaubenssätze ein? Ersetzen Sie obige Beispiele mit Ihren persönlichen Sätzen und notieren Sie sich die Gefühle oder Bilder, die mit diesen Aussagen in Ihnen entstehen. Etwa so:

     

    „Ich trage die Hauptverantwortung für das Gelingen der Beziehung.“

     

    Ich fühle mich eingesperrt, überfordert und ausgelaugt. Meine Bedürfnisse werden zu wenig geachtet. Ich fühle mich klein und unwichtig.

     

    Woher könnte diese Erfahrung stammen? Hat ein ehemaliger Partner oder eine Partnerin Sie entsprechend behandelt? Haben Beziehungen in Ihrer Familie auf dieser Basis funktioniert und Sie haben dieses Muster übernommen? Diese Frage dient dazu, das Verhalten zuzuordnen. Es geht nicht darum, einen Schuldigen zu entlarven.

     

    Neue Muster entwickeln und verankern. Sie können einen Satz formulieren oder tatsächlich eine Skizze anfertigen. Um das alte Muster zu überschreiben, müssen Sie sich mit dem neuen Bild beschäftigen, etwa indem Sie die Skizze am Badspiegel befestigen, abends vor dem Einschlafen anschauen oder den Satz auf Haftnotizblätter schreiben und in der Wohnung verteilen. Aus lernpsychologischer Sicht gilt: Zeichnen ist besser als schreiben, Wiederholungen festigen den Inhalt. Je mehr Sinne Sie beim Lernen einsetzen, umso schneller und nachhaltiger verankert sich der neue Satz.

     

    Probieren Sie verschiedene Varianten und finden Sie heraus, was für Sie persönlich am besten funktioniert. Falls Sie umfassender an Ihrer Entwicklung arbeiten wollen, kann ein Life-Coaching eine passende Option sein.

     

    Ein wichtiger Hinweis: Falls Sie bei dieser Übung auf belastende oder traumatische Themen stoßen, kontaktieren Sie eine Beratungsstelle, die Telefonseelsorge unter 0800/1110111 oder sprechen Sie mit Ihrem Hausarzt darüber.

    Es hat gefunkt: So finden Sie in den Partnerschaftsmodus

    Partnerschaftsmodus - neue Ideen
    Partnerschaftsmodus - neue Ideen

    Anregungen um in den Partnerschaftsmodus zu gelangen. | Quelle: © shvets-production - pexels.com

    Der Weg vom Langzeitsingle in eine Beziehung funktioniert nicht auf Knopfdruck. Diese drei Aspekte erleichtern den Umstieg:

     

    1. Innere Haltung: Ohne Rücksicht und Kompromisse geht es nicht. Jahrelang waren Sie nur für sich verantwortlich. Sie konnten spontan über Ihre Zeit verfügen und mussten sich nicht erklären. Plötzlich teilen Sie Ihr Leben mit einer anderen Person, Ihre Entscheidungen beeinflussen auch deren Alltag. Setzen Sie sich nicht unter Druck und geben Sie sich Zeit für den Weg vom ICH zum WIR. Wichtig dabei ist ein gewisses Maß an Kompromissbereitschaft, das Sie aus dem Single-Dasein in dieser Form nicht kennen. Lassen Sie sich bewusst darauf ein. Und keine Angst: Sie müssen deshalb nicht Ihre Individualität aufgeben. Pflegen Sie beide weiterhin eigene Hobbys und Freundschaften. Damit sorgen Sie für eine gesunde Spannung in der Beziehung. Denn nur zufriedene Einzelpersonen können ein glückliches Paar abgeben.

     

    2. Sprechen Sie offen miteinander! Falls Ihr neuer Beziehungspartner nicht ebenfalls ein längeres Singleleben geführt hat, findet er oder sie wahrscheinlich schneller in einen gemeinsamen Rhythmus. Sprechen Sie offen über die unterschiedlichen Ausgangssituationen und versuchen Sie, einander zu verstehen. Mit dieser Strategie stärken Sie das gegenseitige Vertrauen und finden leichter und schneller in einen gemeinsamen Modus.

     

    3. Lassen Sie los! Ob die neue Partnerschaft bis zum Lebensende hält können Sie heute noch nicht wissen. Jede Liebe ist mit Risiken verbunden, genauso wie jeder andere wichtige Schritt im Leben. Wagen Sie das Abenteuer!

    Quellen und weitere Informationen:

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    Susanne Schmieder

    Autorin: Susanne Schmieder

    Psychologin
    Mit Worten jonglieren, den richtigen Ton treffen und die Leser wertvoll informieren - das macht mir großen Spaß. Als Diplom-Psychologin verfasse ich hilfreiche und nützliche Fachartikel. Das bedeutet für mich Faszination und Herausforderung zugleich.

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